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Mission Balkon Dschungel gescheitert

Mission Balkon Dschungel gescheitert

Einen grünen Balkon-Dschungel wollte ich. Mit rankenden Bohnen, blühenden Sonnenblumen, mit Zucchini, Tomaten, Paprika, Salat und jede Menge Kräuter. So ein bisschen Selbstversorger auf der Terrasse. Platz ist ja genug da, mit einer großen Terrasse und einem Balkon.

Doch mein Balkon-Dschungel ist gescheitert.

Mit viel Aufwand und Sorgfalt habe ich im Februar die Samen in die Erde gesteckt. Sie durften im Wohnzimmer hinter der Fensterwand keimen und wachsen. Als sie etwas größer waren, haben wir sie morgens auf die Terrasse geschleppt, und Abends wieder rein. Damit sie keinen Kälteschock bekommen in der Nacht. Im März war es dann soweit, dass die Pflanzen auf die Terrasse kamen. Mein Mann hatte extra maßangefertige Balkonkästen gebaut, damit sie von der Brüstung nicht runterfallen können. Ich hatte Bücher gelesen über Gemüseanbau auf dem Balkon, mir überlegt, wo was wachsen könnte, wo wir Rankhilfen anbringen würden, und ich hatte so ein tolles Bild vor Augen, wie das alles aussehen würde.

Da ja viel gegossen werden müsste bei der Hitze und kein Regenwasser gesammelt werden könnte, aufgrund von kein Regen, quasi nie und ergo auch kein Wasser zum Auffangen, hatte ich mir etwas tolles überlegt. Dafür habe ich eine 80 Liter Tonne gekauft und einen Schlauch und stellte die Tonne auf die Terrasse. Das Badewasser der Tochter wurde nach dem Baden (da sie ohne Schaum oder Seife badet, ist das die perfekte Wiederverwendung) mit dem Schlauch angesaut und durch das Arbeitszimmer und über den Balkon in die Tonne geleitet. So konnte ich die Terrassenpflanzen gießen, ohne neues Wasser zu verbrauchen. Eine Badewanne war ziemlich genau 80 Liter und reichte etwa eine Woche.

So weit der Plan. Wenn ich an die Massen an Erde denke, die ich im Garten angerührt habe, vermischt habe mit gekaufter Erde und extra gedüngt habe mit Pferdemist… Verstehe ich auch, warum ich trotz des Scheiterns irgendwie nicht aufhöre, die mickrigen Pflänzchen zu gießen. Es war einfach so scheiß viel Arbeit. Ich habe upcycling mit Containern betrieben, sie bemalt, um sie hübsch zu machen und nach allerlei Pflanzbehälter Ausschau gehalten, die sich eignen können. Um das Ganze so nachhaltig wie möglich zu gestalten und eben die Materialien zu verwenden, was schon vorhanden war.

Aber es klappt einfach nicht. Die Bohnen rankten kurz und gingen dann ein. Die Paprika haben verbrannte Blätter und sehen aus, als hätte man sie angekokelt. Die Zucchinis hatten noch Mini-Blüten und fingen vor lauter Stress an zu blühen.

Das Problem ist der Wind.

Ab Mittags pfeift hier der Wind über die Terrasse und er regt mich so auf. Er macht es unmöglich, sich nachmittags auf der Terrasse aufzuhalten, die Wäsche muss fünffach gesichert werden, alles fliegt umher. Und die Pflanzen kommen damit schlichtweg nicht klar. Die Blätter verbrennen im Wind. Die Pflanzen wachsen nicht. Nicht die Wasserversorgung ist das Problem, sondern der Wind.

Das einzige was auf der Terrasse geht ist Thymian und Beikräuter aus dem Garten. Also quasi blühendes Unkraut. Auf dem Balkon funktionieren Tomaten, Tagetes und Mangold. Immerhin.

Doch jetzt stehen da so viele traurige Kästen rum, mit verkümmert-mickrigen Pflanzen und irgendwie muss ich die jetzt alle wieder wegräumen… Die ganze Erde wieder in den Garten schleppen, die Container verstauen, die Hochbeete abbauen… Argh, das ist so viel Arbeit. Und ich will auch noch nicht aufgeben. Ein bisschen grün auf der Terrasse, ein paar schöne Blüten. Das kann doch nicht so schwer sein! Es muss doch auch Pflanzen geben, die im Wind leben können.

Von einem Balkon Dschungel bin ich noch weit entfernt. Und zur Zeit nervt das gießen Tag für Tag mehr. Diese mickrigen Pflänzchen zu gießen bringt einfach nichts! Aber ich bringe es auch nicht übers Herz, sie einfach eingehen zu lassen.

 



2 thoughts on “Mission Balkon Dschungel gescheitert”

  • Ja, das ist ein mühsames Geschäft – aber ich sehe doch Tomätchen! Gut, du hast nicht ausgegeizt, doch die scheinen ja Essbares zu liefern. Ansonsten wünsche ich Dir einfach Mut, durchzuhalten. Immerhin gibt es jedes Jahr eine neue Chance…

    • Jaa, ich habe noch einen Neuanfang gewagt 🙂 Und ausgezeigt hab ich eigentlich schon… Zumindest das, was ich darunter verstehe ;D Aus den „Achselhöhlen“ die Triebe rausholen… oder muss noch was gegeizt werden?

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