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Große Oma-Vermissung

Große Oma-Vermissung

Hier herrscht große Oma-Vermissung. Mehrmals täglich wird das Telefon gebracht mit der Aufforderung, die Oma anzurufen. Auas müssen berichtet werden, Essen soll mit der Oma geteilt werden und Spielsachen gezeigt werden.

Gerade werden nur Lieder mit „Oma“-Content akzeptiert, wie „Oma fährt im  Hühnerstall Motorrad“ oder die Oma Strophe in dem Bus-Lied: „Die Omas im Bus sagen „Lass sie doch“!“ – andere Lieder müssen umgedichtet werden.

Gerade ist die Tochter im Schlaf aufgeschreckt und hat „Oma da, Oma da“ gejammert.

Ich finde es so berührend, dass zwischen den Omas und der Tochter schon so ein wichtiges Band geknüpft ist, denn es ist ja nicht unbedingt so, dass sie sich jedes Wochenende sehen würden. Und doch scheint da eine Verbindung zu bestehen, die die Oma – es wird nicht spezifiziert, welche der beiden, ich denke es sind beide – zur wichtigsten Person neben uns Eltern macht. Trotz Distanz und trotz wochenlangem Nicht-sehen!

Das Handy als Kommunikationsmittel mit Video-Anrufen spielt dabei eine Hauptrolle. Und so wird hier fast täglich mit einer der Omas telefoniert. Den Tag über wird immer wieder erzählt, was die Oma gesagt hat und gefragt hat und was wir der Oma zeigen müssen… Gestern wurde nur mit Omas Hilfe Joghurt gegessen (nachdem die ganze Woche nichts gegessen wurde, weil vier Eckzähne gleichzeitig kamen), mit Omas Marmelade natürlich, die per Post kam. Und heute morgen wurde wieder Joghurt gewünscht, mit Omas Marmelade und die Oma sollte eigentlich auch dabei sein. Ging aber nicht, die war arbeiten.

Ich finde es berührend und gleichzeitig beunruhigend. Denn ich denke, dass es mit dem Älter werden der Tochter immer wichtiger sein wird, auch wirklich Zeit mit ihren Omas zu verbringen. Sie aktiv in ihrem Leben zu haben, nicht nur per Videochat und den wenigen Malen im Jahr, in denen wir uns sehen. Es macht mich traurig, dass sie im Moment diese Zeit nicht hat und stimmt mich nachdenklich für die Zukunft.

Oma-Vermissung als Grund, wieder nach Hause zu kommen. Eigentlich nicht der schlechteste Grund. Und schließlich gibt es ja jede Menge deutsche Rentner hier, die hier ihren Ruhestand genießen. Ein zweiter Wohnsitz in Spanien… ist ja womöglich auch ein Szenario…

 



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