über: junges familienleben, nachhaltiges und gemeinschaftliches leben, gehbehinderung, bedürfnisorientiertes aufwachsen

Wenn kleine Kinder krank sind: Unterstützung der Mutterfamilie im Krankheitsfall

Wenn kleine Kinder krank sind: Unterstützung der Mutterfamilie im Krankheitsfall

Unser Familienverband rückte in den letzten Tagen immer mehr von einer Elternfamilie mit den beteiligten Vater-Mutter-Kind zu einer Mutterfamilie mit Mutter und Kind. Das lag weder an Mutter noch am Vater, sondern am Kind.

Hustend und Fiebernd wird jede Person die sich der Wohlfühlzone auf Mamas Bauch nähert skeptisch von der Tochter beäugt. Annäherungsversuche werden konsequent zurückgewiesen, ablenkende Spielmanöver durchschaut und abgeschmettert. Die Rangordnung ist bei der Tochter gerade ganz klar geregelt: bei Mama ist alles gut, hier will ich sein und bleiben, geborgen und sicher in Mamas Armen will ich liegen und dösen. Andere Menschen? Nö, danke!

Aus der Anhänglichkeit und dem Verhalten der Tochter spricht absolute Ehrlichkeit. Ihr ist es nicht unangenehm, dass sie den Papa so offensichtlich auf den zweiten Platz verweist. Sie macht sich keine Gedanken, dass sie Oma und Opa gerade nur aus der Ferne sehen möchte. Ihr ist nur wichtig, dass Mama da ist. Immer an ihrer Seite, Tag und Nacht und auch nur mit direktem Körperkontakt.

Und so gibt es uns gerade nur im Doppelpack. Die Elternfamilie existiert im Hintergrund Gott sei Dank weiter. Denn auch wenn die Tochter ihren Papa gerade nicht braucht, brauche ich ihn besonders. Als Backup, um tagsüber mal kurz durch zu schaufen oder nachts mal zwei Stunden am Stück zu schlafen. Zum Tee kochen, Medikamente holen, zum Essen vorbereiten, damit ich als Mama genug Energie bereithalten kann, um ein krankes Kleinkind wieder voll zu stillen. Zum Dasein und kümmern, zum Sorgen teilen und zur Mithilfe bei der Pflege des kranken Kleinkinds.

All diese kleinen und großen Hilfen im Alltag erleichtern die Situation im Krankheitsfall ungemein und machen es mir erst möglich, die Tage in der Mutterfamilie entspannt zu verbringen. Mit krankem Kind ist es wichtig, die eigenen Energie Ressourcen zu schonen. Der restliche Alltag mit Haushalt, Kochen und Terminen muss ruhen, wenn nicht jemand anderes diese Aufgaben übernehmen kann. Denn Trost spenden, Nähe geben, Geborgenheit schenken, trösten, stillen, Tee einflößen und IMMER da sein, ist anstrengend.

Mein Mann sieht meine Anstrengung und meine Grenzen. Er gibt mir die Unterstützung, die er mir geben kann und die ich brauche. Gerade in einer Ausnahmesituation wie Krankheit ist es wichtig, gesehen zu werden und unterstützt zu werden.

Doch was ist mit den Müttern, die auf keine intakte Elternfamilie zurückgreifen können? Die Freundin, die mit ihrem Kind allein ist und der es durch die eigene Erschöpfung schwer fällt, für ihm in dem Maße da zu sein, wie das Kind es bräuchte? Was ist mit der Nachbarsfamilie mit den drei kleinen Kindern, die alle die Erkältung erwischt hat?

Lasst uns gerade jetzt in der Erkältungszeit versuchen aus dem eigenen Häuschen hinauszublicken. Nach rechts und links. Wer würde sich über eine gekochte Suppe freuen, wem könnte ich unter die Arme greifen und das Kind auf einen kleinen Spaziergang nehmen? Wer braucht ein aufmunterndes Lächeln, wer eine besonders dicke Umarmung?

Keiner von uns kann eine intakte Elternfamilie ersetzen, wenn sie ausgefallen ist. Aber jeder von uns kann einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass sich die Mutter-/oder Vaterfamilie nicht ganz so alleine und überfordert fühlt.



1 thought on “Wenn kleine Kinder krank sind: Unterstützung der Mutterfamilie im Krankheitsfall”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

I agree