über: junges familienleben, nachhaltiges und gemeinschaftliches leben, gehbehinderung, bedürfnisorientiertes aufwachsen

Sprachentwicklung mit 16 Monaten

Sprachentwicklung mit 16 Monaten

„Hallo! Mama!“, begrüßt mich die Tochter. Sie sitzt auf der Küchenarbeitsplatte (Papa steht daneben) und schmiert sich, noch ziemlich unbeholfen, Frischkäse aufs Brot. „Wann ist mein kleines Mädchen eigentlich so groß geworden?“, frage ich mich.

„Sollen wir die Katze füttern?“, frage ich. „MIAUUUUU MIAUUUU“, läuft die Tochter zur Bestätigung zu Treppe.

„Komm mal her, ich mache dir eine frische Windel“, fordere ich sie auf. „Nein!“, ruft sie und läuft weg.

Hmpf, Spracherwerb kann so schön sein!

Der Wortschatz explodiert momentan. Vor Weihnachten ging es los mit den ersten Wörtern neben „Mama“, „Papa“ und „Nein“, die davor auch schon angewandt wurden. Dann folgten „Hallo“ und „Tschöö“ (Tschüß), „Hatsi“ (Hatschi) und „Zu“.

Zwischendurch kam der Spracherwerb wieder zum Stocken, da war plötzlich alles nur noch „Mama“. Auch Papa, Essen, hochheben, alles was die Tochter haben wollte, war „Mama“.

Jetzt kommen jeden Tag neue Wörter hinzu. „Papa“ ist wieder aktuell. „Vevo“, hat sie mir heute nachgerufen, als jemand nach mir Vero gerufen hatte.

„Meee“ (Mehr) heißt es am Tisch, wenn mehr Essen gewünscht wird. Alles Essen wird vorher gepustet und nach „Hei“ (Heiß) gefragt. Und „Unga! Mama!“ (Hunger) wurde Mittags angesagt, als das Kochen zu lange dauerte.

Spielzeug ist grundsätzlich „Ball“. „Suhe“ (Schuhe) werden gebracht, wenn es rausgehen soll. Steckdosen sind „nein“ und werden grundsätzlich immer mit „nein, nein“ angepatscht.

„Wuff wuff“ ist der Hund. Auch die Kuh, Pferd, Katze, Schaf und das Schwein werden richtig nachgemacht. Die Gesten für Biber und Maulwurf wurden auch schon verinnerlicht.

Die Puppe wird im Puppenwagen zugedeckt: „zuuuu“.

Worte werden als Laute nachgeahmt: „Tschudi“ entschuldigte sich die Tochter heute beim Kuschelbären und gab ihm einen Kuss.

Am süßesten ist aber „Dade“ (Danke) und „Ditte“ (Bitte). Das wird immer verwendet, wenn sie mir etwas gibt (anstatt Bitte, weil ich ja dann Danke sage) und wenn sie etwas bekommt. Für jedes Stück „Ane“ (Banane) gab es heute ein „Dade“.

Vieles verstehe ich auch nicht („Menno“ und „Nano“ sind häufige Wörter – keine Ahnung, was das bedeutet) und manchmal wird auch gar nicht gesprochen. Meistens genau dann, wenn man als stolze Mama zeigen will, was das Kind schon kann. Dann bleibt es natürlich stumm wie ein Fisch. Ist auch okay, das arme Wesen ist ja keine Jukebox.

Wie schnell kleine Kinder lernen ist unglaublich. Und wenn sie „Nein“ rufen und weglaufen, wenn die Worte „Windel“ oder „Händewaschen“ oder „wir gehen in die Richtung“ fallen, kommt man nicht umhin, sich einzugestehen, dass es kein Zurück mehr gibt im Spracherwerb…



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

I agree