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Fail of the day #10 – ein Wutzwerg im Matsch

Fail of the day #10 – ein Wutzwerg im Matsch

Das Wetter war beschissen draußen. Schneeregen, kalt, Wege matschig, alles eklig. Die Tochter schläft ja vormittags immer im Wagen draußen und diese Routine wollte ich wegen dem Wetter auch nicht brechen. Wenn schon raus, dann aber eine schöne Runde, dachte ich und fuhr erst ein bisschen in den Wald und danach zu dem Pferdestall unterhalb des Dorfes wo die Schwiegereltern wohnen.

Merke: Pferde schauen ist keine gute Idee, wenn Kind müde ist!

Auf dem Hinweg plauderte die Tochter fröhlich vor sich hin. Bei den Pferden angekommen, wollte sie dann aber nicht mehr weg. Sie war ja auch schön eingemuckelt im Wagen, geschützt vor Schnee und Regen und Kälte. Ich aber nicht. Ich stand da und wurde nass und die Kälte zog überall rein und es war sehr ungemütlich dort zu stehen. Also habe ich wieder los geschoben, unter großem Protest vom kleinen Mensch. Der Protest wurde lauter und lauter, also hielt ich den Wagen an und öffnete das Verdeck. Die Tochter kletterte schimpfend aus dem Wagen. Stand davor, merkte, dass sie das jetzt auch nicht glücklich machte im Schneeregengestöber zu stehen, müde und eigentlich schon fast eingeschlafen. Und aus Frust ließ sie sich einfach nach hinten fallen, wie sie das halt so macht in solchen Situationen.

Bloß blöd, dass es dadurch nicht besser wurde. Sie landete mitten in einer schönen großen Pfütze aus Matsch. Also sie noch mehr aufgeregt darüber (wenn das überhaupt geht), ich auch mäßig begeistert. Kind voller Matsch, alles nass. In den Wagen mit dem schönen Lammfell geht es so jedenfalls nicht mehr. Kind zu müde zum laufen, Mama soll tragen. Mama kann das Kind aber nicht tragen, es ist zu schwer. Also wird die Tochter auf den Bügel vom Wagen vorne draufgesetzt. Der Schwerpunkt vom Wagen ist dann echt kacke, kippt dauernd nach vorne, was in diesem Fall bergauf noch verstärkt wurde. Schieben, Tochter festhalten, dass sie nicht nach vorne runterfällt und gegen den Schneeregen den Berg hochstapfen. Den Spaziergang habe ich mir auch anders vorgestellt. Im Garten wirds nicht besser, noch steiler, unser Modell funktioniert nicht mehr. Ich versuche, die Tochter zu überreden zehn Meter nach oben zu laufen, bis das steilste Stück überwunden ist. Tochter wirft sich wieder auf den Boden, ist nicht einverstanden und will getragen werden. Ich versteh sie, sie ist müde und nass und alles ist blöd! Kann ich voll nachvollziehen. Ändern kann ich es aber so ad hoc auch nicht. Also schiebe ich den Wagen kurz hoch, lasse sie zurück und fühle mich schlecht dabei. Komme nach einer Minute zurück und trage sie ins Haus. Jetzt auch noch alles ausziehen und saubermachen…. was für ein Reinfall die ganze Aktion.

Dann liegt sie dann vor mir auf dem Bett, halb nackig und mit kalten Händen und kalten Wangen und weint ganz herzzerreißend. Reibt sich die Augen und jammert „Mamaaaa“. Das arme Kind hat mich schon wieder versöhnt mit der ganzen Schlepperei gerade. Wir kuscheln uns ins Bett und das Oxytocin beim Stillen tut seinen Rest, um den Frieden wiederherzustellen. Liebe durchflutet mich für dieses kleine Wesen und während sie ihre kalten Hände an meinen Bauch drückt und sich langsam aufwärmt und ruhiger wird, kann ich die Sache schon wieder mit Humor sehen. Aber um die Pferde mache ich nächstes Mal einen großen Bogen!

Stärkung für mich, während die Tochter und die Wutzwerge schlafen.


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