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Wochenende in Bildern – 16.12./17.12.2017

Wochenende in Bildern – 16.12./17.12.2017

Die Tochter und ich sind bei meiner Mutter, mein Mann ist noch in unserem alten Zuhause und macht den Rest vom Auszug fertig. Das geht einfacher, wenn wir nicht im Weg sind. 

Samstag 

Die Tochter leidet; 2 Backenzähne wollen kommen. Das erste Mal Fieber und richtig Probleme mit den Zähnen. Ich sage daher alle Pläne ab und wir verbringen den Morgen ganz entspannt. Meine Mutter gibt ihr eine kleine Laterne und die Tochter tanzt damit zu „ich geh mit meiner Laterne“ durchs Wohnzimmer.

Ein Besuch beim WochenMarkt endet mit vielen Tränen. Die Laune steigt und sinkt minütlich, ich merke ihr richtig an, wie die Zähne ihr wehtun. Zuhause stillen wir und ich sitze mit dem schlafenden Kind auf dem Sofa und bin einfach für sie da. Meine Mama backt währenddessen Stollen und ist so wiederum für mich da: zum Krafttsnken und Energie sammeln.

Mittags kochen wir Nudeln, das wird sonst immer gerne gegessen. Aber diese Tage schmeckt einfach nix. Ich esse dafür umso fleißiger, denn von irgendmilch muss Kind sich ja ernähren!

Wir schauen meine alten Kinderbücher an.

Nachmittags kommt noch eine alte Schulfreundin. Es ist schön, aber auch anstrengend. Die Tochter ist müde und ich kann beiden gleichzeitig nicht gerecht werden. Also schlage ich einen Spaziergang vor und hoffe, dass die Tochter im Kinderwagen einschläft. Es klappt letztendlich auch und ich bin total froh. Meine Freundin meint lapidar, sonst könnte man sie ja in den Schlaf weinen lassen… ich glaube, als ich noch kein eigenes Kind hatte, habe ich auch so gedacht. Jetzt nicht mehr.

Die Einschlagbegleitung abends ist zur Zeit immer sehr, sehr schön. Ich empfinde es als Geschenk, die Tochter dabei begleiten zu dürfen. Nach x Mal Ohren kraulen genieße ich dann aber auch meinen Feierabend.

Sonntag

Die Zähne sind besser, das Fieber kam in der Nacht nicht zurück. Wir duschen nach dem Aufstehen ausgiebig und machen einen Mutter-Tochter Mädels-Beauty Morgen :D. Sogar das Fingernägelschneiden klappt ohne Gezeter.

Meine beste Freundin feiert Geburtstag und lädt zum brunchen ein. Fast wären wir aber nicht angekommen…

Es gibt ein unglaubliches Buffet, weitere gleichaltrige Kinder und richtig schöne Gespräche – ein super  schöner Vor-/Nachmittag.

Die Tochter läuft strahlend als kleine Tragemami durch die Wohnung.

Abends gibt es ein alternatives Advents Konzert, bei dem Spenden für Uganda gesammelt werden und meine Mama und ich gehen mit der Tochter hin. Sie macht das für eine Einjährige sehr gut finde ich, aber natürlich ist nichts mit still sitzen. Stattdessen läuft sie rum, muss ab und zu erinnert werden, nicht auf die Bühne zu gehen und klettert – also schüchtern ist was anderes – einfach einer fremden Mama auf den Schoß und sitzt dort zehn Minuten im Kreise einer vollkommen fremden Familie mit zwei sich wundernden Kindern.

Ich kann mich jedenfalls während dem Konzert nicht wirklich entspannen und hatte das Gefühl, mein Kind wurde zwar irgendwie geduldet aber wirklich erwünscht war es dort nicht. Und was mich auch noch störte, war eine Frau die Fotos von meiner Tochter währenddessen machte, ich aber in dem Moment auch nicht hingehen konnte, und sie bitten konnte es nicht zu tun. Danach war keine Zeit mehr; wir sind schon vor Ende gegangen. Und ich möchte nicht, dass Fotos von meiner Tochter veröffentlicht werden. Das Thema beschäftigt mich gerade sehr. Wie macht ihr das – heutzutage wird ja ständig fotografiert; sagt ihr da immer was zu den Bildrechten oder seid ihr da ganz entspannt? Naja, jedenfalls hatte das dann zusätzlich noch einen blöden Nachgeschmack.

Das war jetzt mal eher ein Wochenende in Worten, als in Bildern; ich hoffe ihr verzeiht mir.

Weitere Bilder von anderen Familien könnt ihr hier sehen. Ich wünsche euch eine schöne letzte Adventswoche!



4 thoughts on “Wochenende in Bildern – 16.12./17.12.2017”

  • ich hab keinen generellen foto-umgangs-tipp. aber eine geschichte, deiner ähnlich, die mich total beschäftigt hat.
    im sommer habe ich mit meiner (damals 1jährigen 😉 ) tochter eine weile in einem hostel gewohnt, ganz typisch mit vielen internationalen hostel-hoppern. es gab eine kleine selbermach-küche im garten und sie ist da so hin+her, raus+rein während ich gekocht habe. am aussentisch direkt vor der küche sassen ein paar, unter anderem einer der kopfhörer auf hatte und irgndwas am handy getüddelt hat. plötzlich dreht sich der um, macht ein foto meiner kleinen und tüddelt dann weiter. ich hab ihn aber direkt darauf angesprochen und ihm gesagt er solle das foto löschen. das hat mich so aufgeregt. er war null komma garnicht im kontakt mit meiner tochter (oder mir). was soll den das? sie ist doch kein wandgraffiti oder sonnenuntergang! und das kommt dann irgendwo unter „reiseerlebnisse“ auf facebook oder was? und wenn das schon unbedingt sein muss, dann frag mich (solange sie das noch nicht entscheiden kann) gefälligst erst.
    aber ich finde es ganz generell krass, wie oft leute kinder zum objekt machen. wirklich auffallen tuts mir erst jetzt. ich hoffe sehr, dass ich vor-mami-zeitlich nicht auch ganz so schlimm war….

    • Ja das klingt so typisch nach Touri-Attraktion…. Ist im Bewusstsein vieler einfach nicht verankert, dass auch Kinder Rechte an ihrem Bildern haben. :/ und dass man nicht gefragt wird, das macht mich total wütend!

  • Erst letztens im Zug. Meine 5-jährige macht die ganze Fahrt über Späße mit einer chinesischen Reisegruppe. Sie ist sehr neugierig und hat eigentlich immer schnell Spaß, auch mit Leuten, die sie nicht kennt. Ist einfach ihr Wesen, ich finde es schön, dass sie so offen ist (inzwischen, am Anfang habe ich mich damit manchmal schwer getan, aber sie war auch der Typ, der auch mal mit ner anderen Familie anbandelt). Mit meinem kleinen Sohn bin ich kurz auf Toilette und als ich zurückkomme, erzählt mir die Große , eine Frau habe mit ihr und einer anderen Touristin Fotos gemacht, Ich habe dann zur der Gruppe auf Englisch gesagt, dass es nicht okay ist, Fotos von Kindern, ohne Einwilligung der Eltern zu machen, aber nicht verlangt, dass sie es löschen (sicher haben es auch nicht alle versatnden). Minuten später am Gehsteig dann ein erneuter Versuch einer anderen Frau aus der Gruppe, meine Tochter zu fotografieren. Ich hatte meiner Großen ja aber gesagt, dass ich das nicht gut finde, und sie hat sich ganz geistesgegenwärtig ihre „Leselok“ vors Gesicht gehalten. Problem – zumindest in dieser Situation gut gelöst 😉

    • Ich glaube in anderen Kulturen ist da noch viel weniger Bewusstsein dafür da. Bei den Chinesen weiß ich es nicht, aber wenn ich die sozialen Netzwerke von Amerikanischen Freunden sehe, denke ich, ich weiß viel zu viel über deren Kinder. (kind auf Töpfchen, Kind in Badewanne…. Das muss wirklich nicht sein!)
      Ich finde es wichtig, dass man mit den Kindern darüber spricht und ihnen den Mut mitgeben kann, auch nein zu sagen, wenn sie nicht fotografiert werden möchten. Deine Tochter hat da ganz gut reagiert!

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