über: junges familienleben, nachhaltiges und gemeinschaftliches leben, gehbehinderung, bedürfnisorientiertes aufwachsen

Entscheidungsfindung zum Jahresende

Entscheidungsfindung zum Jahresende

Zwei lange Tage hatte ich Migräne. Kopfschmerzen vom inneren Stress. Die Entscheidung, die wir getroffen haben, hat mich erstmal ziemlich gestresst. Ich hatte Angst vor so vielen Dingen, die damit einhergehen. Und jetzt sitze ich auch schon eine Weile vor dem Bildschirm und tippe den dritten Anfang des Textes. Es fällt mir immer noch nicht leicht, zu erzählen, was unser Plan ist. Er fühlt sich zwar richtig an, aber es verunsichert mich auch ein bisschen.

Wir haben uns entschieden, dass wir Anfang nächsten Jahres nach Spanien zurückkehren werden. Wir wollen das Probejahr in der Gemeinschaft beginnen und beides probieren – in der Gemeinschaft zu leben und in Spanien zu leben. Vorerst reisen wir also nur mit leichtem Gepäck und halten uns offen, ob wir jetzt für einen längeren Zeitraum in Spanien bleiben werden oder nur für ein Jahr. Aber das weiß man ja eh nie, selbst wenn man es anders plant. Ich bin innerlich trotz der Entscheidung zeitweise noch hin- und hergerissen. Denn so in meiner Phantasie könnte ich es mir auch vorstellen, in der nächsten Stadt in einer Wohnung zu wohnen und einen Teilzeit-Job anzufangen. Aber bei der Vorstellung, dass ich damit von meiner Tochter getrennt bin, sie in eine Einrichtung gehen muss und unser Familienleben sich auf Feierabende und Wochenenden beschränken würde, finde ich die Idee dann doch nicht mehr so gut. Da erscheint mir der alternative Weg, der weniger „bequem“ und vermeintlich unsicher ist, viel passender für unsere Bedürfnisse.

Wie wollen wir wirtschaften?

Natürlich müssen wir auch in Spanien ein Einkommen generieren, sonst haben wir irgendwann ja nichts mehr zum Essen. Die Frage, was wir dort arbeiten wollen kommt immer als erstes. Konkret können wir dazu noch nicht viel sagen, auch da gehen wir einen unbekannten Weg. Wir haben viele Ideen und das Land und die Ressourcen in Spanien bieten eine gute Startrampe, um daraus etwas aufzubauen. Wie wir es schaffen, die Startrampe zu nutzen, liegt in unseren Händen und das wird sich mit der Zeit zeigen. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns nicht verzetteln und am Anfang alles auf einmal probieren wollen. Stattdessen haben wir uns vorgenommen, uns nach der Ankunft erstmal um eine Idee zu kümmern, um zu sehen, wie das läuft.

Wir werden jetzt im Vorfeld noch einige Ausgaben haben, können aber dann vor Ort mit relativ wenig Geld gut leben denke ich. Es braucht sicher einige Monate Zeit, bis alles anläuft und dafür reicht nutzen wir einen Teil unseres Erspartem.

Wie wollen wir dort leben?

Da das Haus dort sehr offen gestaltet ist und wir als Familie kaum einen Rückzugsort hätten, wollen wir gerne im Garten wohnen. Wir haben auch überlegt, im Dorf ein Haus zu mieten, dass ist in Spanien eher unüblich (die kaufen lieber gleich), aber kürzere Mietverhältnisse sind wohl gern gesehen. Wir haben auch schon ein paar angesehen. Ein kleines Häuschen mit 100 qm kostet wohl 200-250€ im Monat. Das ist sehr preiswert und die sind auch oft schon möbliert. Die Häuser sind sehr schmal geschnitten, und es geht dort meist ein Zimmer Richtung Straße raus. Das ist dann auch hell und im Sommer sehr warm. Versetzt gibt es dann ein Zimmer, dass nach hinten raus geht und kein Fenster hat. Dadurch ist es super dunkel, aber im Sommer kühl. Im Winter sind eher die oberen Zimmer belebt, die durch die Sonneneinstrahlung gewärmt werden, im Sommer sind die aber viel zu heiß und man zieht sich in den unteren Teil des Hauses zurück. Es gibt viele, viele Treppenstufen und natürlich keinen Garten, dafür haben alle Häuser eine Dachterrasse, die aber auch im Sommer viel zu heiß wird und im Winter zu kalt und daher eher im Herbst/Frühling nutzbar ist.

Wir wollten lieber mehr Natur dabei haben und weniger Treppen und haben uns deshalb dafür entschieden, nach einem Wohnwagen zu suchen, den wir in den Garten stellen können. Da werden wir erstmal drinnen wohnen, können aber weiterhin auf die Waschmaschine/Küche/warme Dusche im Gemeinschaftshaus zurückgreifen und dorthin auch ausweichen, sollte es im Wohnwagen zu warm oder zu eng werden. Ich denke, wir werden den Wohnwagen hauptsächlich nur zum Schlafen nutzen, und haben sonst im Garten soo viel Platz und Möglichkeiten, uns draußen aufzuhalten, dass der Wohnraum ausreichen wird. Kochen müssen wir darin ja auch nicht, es gibt ja im Garten den Fridolin, den Küchenwagen und auch irgendwann eine Outdoor Küche. Ich hoffe nur, dass die Kompost Toilette funktioniert, wenn wir im Garten wohnen und nicht so stinkt, das mag ich nämlich nicht. Und dann könnte man ja noch eine Solar-Regendusche bauen, dann hätte man sogar eine Dusche im Garten. Ich freu mich da total drauf! Ich stelle es mir entlastend vor, mit wenig Ballast zu wohnen. Ich persönlich brauche eher weniger Dinge, um glücklich zu sein, als mehr. Und je mehr Platz man hat, desto mehr sammelt sich an. Also ist wohl die Lösung, den Platz zu reduzieren, um auch die Dinge zu reduzieren. Und dann merkt man, was man braucht und was man eventuell vermisst.

Wie wollen wir uns in der Gemeinschaft einbringen? 

Unsere Aufgaben in der Gemeinschaft sehe ich vor allem im Garten, beim Bauen zum Beispiel wird mein Mann helfen wollen. Ich würde mich gerne mit um die Gäste und Gemeinschafts-interessenten kümmern, mich weiter mit um die Kommunikation kümmern und die Website mit pflegen. Und dann mal sehen, je nachdem was ansteht und geplant ist, können wir uns sicher gut einbringen.

Was ist unser Plan?

Wir lassen das Jahr 2017 nochmal richtig schön stressig ausklingen. Im Moment räumen wir unsere Wohnung aus, und in nur drei Wochen wollen wir hier ausziehen. Dann werden wir den Großteil unserer Sachen einlagern. Jetzt in der Vorweihnachtszeit hat jeder viel zu tun, und ich hoffe, wir haben noch die Gelegenheit uns mit allen Freunden und Bekannten noch einmal zu treffen. Unser Hab und Gut werden sortieren, vieles unserer privaten Sachen werden wir auch einlagern. Dann fahren wir erstmal zu unseren Familien, sind über Sylvester ganz im Norden und danach geht’s nochmal zu Freunden und Familie. Und wann es dann genau losgeht, hängt noch von ein paar organisatorischen Sachen ab, aber im März wollen wir spätestens in Spanien sein.

So schaut’s aus und jetzt hab ich den Artikel doch noch geschafft zu schreiben, auch wenn es ein paar Tage gedauert hat. Fühlt sich gut an, alles so auf den Punkt zu bringen! Ich freu mich, wenn ihr bei dem Abenteuer dabei seid :).



5 thoughts on “Entscheidungsfindung zum Jahresende”

  • uiuiui eine entscheidung! da bin ich gleich mit-aufgeregt! freue mich sehr für euch, dass ihr euren wünschen/täumen folgt!
    habe viele fragen und hoffe bald mehr dazu zu erfahren. was war das ausschlaggebende für diese entscheidung? warum genau diese gemeinschaft? und habe ich das in einem anderen artikel falsch verstanden, ich dachte es gibt nur 1 fixe person? was heisst dann gemeinschaft? kommt die andere familie auch? wovor hast du angst? worauf freust du dich besonders? und wie hat eure kleine die wechsel gemeistert?
    ich mag die wohnwagenidee sehr. notfalls könnt ihr euch mit dem auch an einen anderen ort begeben ohne euch komplettneu einzurichten 😉 hoffen wir, dass ihr das nicht braucht!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*