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Das Projekt Botschaftsgebäude alias Kompost-Klo

Das Projekt Botschaftsgebäude alias Kompost-Klo

Im niederländischen gibt es für die Darmentleerung die charmante Umschreibung „eine Botschaft versenden“. Nachdem uns die Niederländerin in der Gemeinschaft in Spanien diese Umschreibung erzählt hat, wurde diese zur gängigen Floskel. Ein Botschaftsgebäude sollte gebaut werden! Eine Komposttoilette fehlte im Garten noch. Zwar gibt es die Möglichkeit, eines Klos in dem Stinkewagen Max, aber der Name ist Programm und die Möglichkeit ist eher eine Strafe als eine Option.

Mein Mann und der andere Papa machten sich das Kompostprojekt zur Aufgabe und fingen an, sich über Terra Preta zu informieren. Das Projekt wurde relativ ungeplant (wir kaufen einfach mal bisschen was ein und schauen, was dabei rauskommt) begonnen und nach diesem Schritt eine echte Übung für die beiden perfektionsliebenden Männer. Die hatten sich erstmal an den Rechner gesetzt und rechneten. Nach all den Projekten, die ich hier so sehen konnte, ist diese Komposttoilette (sollte sie denn jemals fertig gestellt werden) vermutlich das am aufwendigsten beplante Bauwerk. Die Einkaufsplanung für die (liebevoll genannte) Kackbox war eher spanisch, die Umsetzung (wir reisen ab und das Ding steht noch nicht, weil viel zu lange gebraucht), dann eher in deutscher Manier á la BER.

Ich hoffe jedoch, dass das Projekt noch fertig gestellt wird. Schließlich wurde eine Menge Arbeit reingesteckt.

Als Toilettenhäuschen wurde auf die örtliche Ressource von Canjas (Spanischem Bambusgras) zurückgegriffen. Der wurde abgeholzt, geschält und zurecht gesägt.

Das stille Örtchen liegt etwas oberhalb und versteckt im Garten. Der auserwählte Ort wurde planiert und sogar ein kleiner Vorgarten mit Rosmarinpflanzen angelegt. Die Rinne dient zum Ablaufen des Regenwassers. Das Rohr, was hier aus dem Boden schaut, dient für den Urin. Bei Terra Preta werden Urin und Kot getrennt; dadurch ist der Geruch neutral und eine Fermentation ist möglich.

 

In der Kackbox wird auf das eine Loch eine Klobrille montiert werden und dient somit als Toilettensitz. Die zweite Öffnung ist für einen Eimer mit Kohle/Erde Gemisch.

Das Häuschen wird ein japanisch anmutender Rückzugsort in Leichtbauweise.

Bei unserer Abreise hinterlassen wir jedoch noch kein fertiges Toilettenhäuschen, sondern eine Baustelle. Mal sehen, wie weit das Projekt voran schreitet. Weitere Fortschritte werden sicherlich hier dokumentiert werden.



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