über: junges familienleben, nachhaltiges und gemeinschaftliches leben, gehbehinderung, bedürfnisorientiertes aufwachsen

Für einen Moment ankommen

Für einen Moment ankommen

Wir sitzen am späten Nachmittag auf dem Berg und blicken auf die hügelige Landschaft des Sauerlands. Unter uns, hinter den Bäumen, liegt der Gutshof der Gemeinschaft, die wir gerade besuchen. Die Sonne hat den Boden aufgewärmt und scheint uns hier oben noch in unsere Gesichter. Ich lehne mich an meinem Mann an, die Tochter steht wackelig vor mir und streichelt patschend durch das weiche Hundefell von Nala, die neben uns liegt. Würde jetzt jemand ein Foto machen, es wäre ziemlich idyllisch. Der Moment fühlt sich so gut an. Die Sonne, die Familie, die Landschaft, der Ort. Fühlt es sich so an, wenn man „angekommen“ ist? Wie lange muss dieses Gefühl bleiben, damit es „zählt“? Reichen mehrere kurze Momente des angekommen-sein oder muss sich ein beständiges Gefühl einstellen?

Am Abend werfe ich einen Blick in den Kalender. Der Oktober hat gerade erst begonnen und ist schon verplant. Nach der morgigen Heimfahrt nach Hause gibt es viele Termine. Für einen Moment überlege ich, wie es wäre, einfach hier zu bleiben. Nicht alle paar Tage die Taschen neu zu packen, sondern die Kartons hier auszupacken und hier zu bleiben. Eine Weile nicht mehr reisen, sich stattdessen einen neuen Alltag einzurichten. Ankommen. Nicht nur für einen Moment. Sondern für länger. Es fühlt sich gleichzeitig gut und komisch an. Aber irgendwie verlockend.



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