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Wochenende in Bildern – 09.09./10.09.2017

Wochenende in Bildern – 09.09./10.09.2017

Ein müdes Wochenende liegt hinter uns, mein Mann bereitet seine Verteidigung für diese Woche vor, ich habe meine um eine Woche verschoben. Zeitlich hätten wir uns sonst so abhetzen müssen, und ich bin froh, dass ich mich ein paar Tage „nur“ um die Tochter kümmern muss und nicht noch gleichzeitig um die Verteidigung. 

Samstag

Samstagsmorgen machen wir einen kurzen Spaziergang mit unserem neuen krassen Gefährt. Zur Geburt der Tochter haben wir einen Gutschein für einen Fahrradanhänger bekommen und jetzt haben wir uns mal darum gekümmert, ihn einzulösen. Ein echt tolles Teil! Und das Beste: die Tochter sitzt richtig gerne drin und klettert sogar freiwillig rein. Nach monatelangem nur getragen werden wollen ist es für mich eine totale Erleichterung, dass sie sich jetzt so gerne in den Kinderwagen und den Anhänger setzt und es auch schafft, darin einzuschlafen.

Danach habe ich den Vormittag „zur freien Verfügung“. Ich habe viele Ideen, was ich so machen könnte. Die To Do Liste ist lang (BaföG Antrag stellen, Überweisungen machen, Haushalt auf Vordermann bringen, Kleiderschrank aussortieren….) und auch die To Want Liste umfasst einige Stellen (Buch lesen, Serie schauen, ausgiebig Duschen). Stattdessen lege ich mich ins Bett, um eine Stunde zu schlafen und wache vier Stunden später wieder auf, als die Feuerwehr am Haus vorbeifährt. Ich stehe auf und finde ich Wohnzimmer noch mehr Chaos. Mein Mann hat gemerkt, dass das Bücherregal wackelt und dachte, dann kann man ja gleich alles sortieren. Aussortieren und umsortieren. (Als hätten wir gerade nichts anderes zu tun…)

Zur Zeit bin ich so müde und erschöpft und könnte eigentlich dauernd nur schlafen. Als ich die Tochter eine Stunde später zum Mittagsschlaf hinlege, könnte ich mich gleich wieder dazu legen. Stattdessen wählen wir.

Nachmittags bekommen wir geplanten Besuch von einem Chorfreund meines Mannes und unseren Mitbewohnern. Ungeplant kommen auch noch ein paar Leute, sodass wir im Laufe des Tages irgendwie 20 Gäste haben. Der Kuchen reicht wundersamer Weise für alle und es verteilt sich auch schön in Grüppchen im Haus, sodass es echt entspannt ist.

Die Tochter spielt zum ersten Mal „richtig“ mit einem Auto, bewegt es vor uns zurück und lässt es rollen. Sie lernt gerade total viel: Deckel auf Stifte machen, Becher zusammenstecken, Flasche zudrehen, alles was etwas mit zumachen und aufmachen zu tun hat, ist gerade voll aktuell.

Mit dem Besuch gehen wir auf den Spielplatz. Fünf Erwachsene und ein Kind. Schlechte Quote für einen Spielplatz, wobei wir uns über die Sinnhaftigkeit dieses Ortes austauschen und uns einig sind, dass Spielplätze tatsächlich nicht die besten Spiel-Plätze für Kinder sind. Alles ist vorgegeben, der Kreativität wird kein Raum gegeben. Wir hängen trotzdem ein bisschen ab.

Abends kommt noch mehr Besuch, aber mein Mann muss an der Verteidigung arbeiten und ich dusche ausgiebig und will danach eigentlich früh ins Bett. Im Garten gibt es aber ein Lagerfeuer mit Musik und ich kann ewig nicht einschlafen, will aber auch nicht den Spielverderber spielen und etwas sagen… Also liege ich wach im Bett und ärgere mich. Selbst schuld.

Sonntag

Ich stehe mit der Tochter früh auf und bereite ein Ayurvedisches Frühstück vor. Das ist perfekt für die herbstliche Jahreszeit und wärmt schön die Bäuchlein in der Früh. Ich stelle bald das Rezept hier vor. Nach dem Frühstück macht mein Mann eine lange Joggingtour, ich fahre auf dem Fahrrad nebenher. Wir nutzen den neu geschenkten Fahrradanhänger und sind total begeistert, wir können alle zusammen Sport machen und die Tochter ist richtig gerne in dem Wagen!

Ich fahre die Hälfte der Zeit hinterher, weil ich einen schönen Herbststrauß pflücke. Der frische Wind um die Nase und die Sonne auf der Haut tut so gut gegen meine Müdigkeit. Der Strauß bekommt einen schönen Platz in der Halle und kann sich selbst im Spiegel bewundern. Wenn ich ein Blumenstrauß wäre, das wäre ein guter Platz, glaube ich.

Nachmittags fahre ich mit der Tochter in die Stadt. Mit Zug und Tram brauchen wir gefühlt ewig, bis wir beim sogenannten „Fontänenfest“ angekommen sind. Es sind ultra viele Menschen da und ich fühle mich total außen vor. So viele Familien mit Kindern und so viel Angebot, aber irgendwie habe ich das Gefühl, alle wissen, dass ich „vom Land“ komme und ich gehöre nicht richtig dazu… Ein komisches Gefühl. Das Fest scheint echt schön zu sein, aber ich wünschte, mein Mann wäre dabei. Ich bin mit einer Bekannten und deren Mann und Tochter unterwegs, aber es ist nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Wir gehen noch kurz auf den Spielplatz, dann machen die Tochter und ich die Odysee mit Tram und umsteigen und Tram und Bahn und endlich zu Hause, wieder zurück.

Die Tochter ist dann auch völlig geschafft und ich bastle noch. Für ihr erstes Lebensjahr wollte ich unbedingt eine dieser Meilensteintafeln machen, die ich irgendwo mal gesehen hatte. Die kommt dann mit ins Fotoalbum. Oben steht der Name, dann wie groß und schwer sie ist. Rechts was sie gerne macht (Schaukeln, Bücher anschauen, Treppen klettern, Fische beobachten, … ), was sie gerne isst (Oliven, Essiggurken, Nudeln), wie viele Zähne sie hat (erst zwei), ihre Kosenamen (hihi, das wird später mal peinlich!) und was sie schon sagen kann (Mama, Papa, Dada). Ganz unten sind die Meilensteine aufgelistet, das erste Lächeln, der erste Zahn, die erste Beikost und wann sie sich drehen konnte, sitzen, krabbeln, … Ich finde es ist eine schöne Erinnerung für später.

Ich wünsche euch eine gute Woche und mir selbst, dass ich wieder zu Kräften komme. Seit Wochen schniefen wir hier in der Wohnung rum, wissen aber nicht, woran das liegt. Und diese Schnupfnase klaut mir gefühlt die ganze Kraft. Um die Ursachenfindung müssen wir uns jetzt mal verstärkt kümmern…

Andere Wochenende in Bildern könnt ihr hier finden.



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