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Gemeinschaftssuche – die erste Station

Gemeinschaftssuche – die erste Station

Die erste Station unserer Gemeinschaftssuche führt uns ins Sauerland nach NRW. Wir haben einen Teil der Gemeinschaft beim Los Geht‘s kennengelernt, mein Mann war von Anfang an begeistert und ich bin auch sehr gespannt, das Projekt kennenzulernen.

Der Ort ist sehr vielversprechend: ein alter Gutshof, der vor vielen Jahren einmal einen Reiterhof mit Reithalle, Stall und einer kleinen Pension mit Gasthaus beherbergte. Wir kommen Mittwochabend sehr spät an (nach einer katastrophalen Autofahrt…) und nutzen den folgenden Tag, um das Gelände zu erkunden. Der erste Eindruck: Es gibt unglaublich viel Platz. So viele Gebäude und Wohnungen, dass man beim ersten Rundgang die Orientierung verlieren kann. Es gibt einen kleinen Gemüsegarten, in dem Radieschen, Möhren, Rote Beete und verschiedene Salatsorten wachsen. Daneben liegt eine Wiese, auf der bald Obstbäume gepflanzt werden und die dann auch Arbeitsplatz für ein paar wollige Mähmaschinen werden wird. Ein paar Bienenvölker sorgen für Honig. Es gibt einen Feuerplatz und einen schönen, alten Hühnerstall mit großen Fenstern, der gerade zur Sauna umgebaut wird. Das Gut ist in einem guten Zustand, und doch gibt es einiges zu tun und zu entwickeln.

Das Projekt hat erst im März begonnen und im Augenblick wird es von drei Menschen und einem Hund bewohnt, im Herbst kommen dann noch fünf weitere Bewohner und ein Hund dazu. Trotzdem gibt es immer noch Platz für weitere Bewohner und so gibt es Anfang Oktober ein weiteres Kennenlern-/Arbeitswochenende. Vor allem weitere Familien werden gesucht.

Der Gutshof liegt in einer Senke in einem kleinen Dorf, 8 km von der nächstgrößeren Stadt (mit 30.000 Einwohnern) entfernt und ist zum Teil von Wald umgeben. Ich mache am zweiten Morgen mit der Tochter und dem Hund einen Morgenspaziergang durch den Wald und verliebe mich in den Hund und den Wald. Die Stille im Wald, die Spinnennetze, auf denen die Tautropfen der Nacht glitzernd von der Sonne angeleuchtet werden und der Blick auf die Täler der Umgebung, als wir aus dem Wald heraustreten, erfüllt mich mit einem wunderbaren Glücksgefühl. Der Hund läuft brav vorneweg und obwohl wir uns noch gar nicht kennen, hört er sogar auf mich. Ich will ja schon seit Jahren einen Hund, aber mein Mann will nicht so recht und da wäre so ein Hund, den ich regelmäßig „ausleihen“ darf, voll perfekt.

Außerdem ist er total kinderlieb und die Tochter darf endlich ihre Hundeliebe ausleben. Die beiden agieren nach der kurzen Zeit schon, als würde sie ein festes Freundschaftsband verbinden.

Bis auf zwei sind alle der aktuellen und zukünftigen Bewohnern gekommen, damit wir sie kennen lernen können und es harmoniert von Beginn an sehr, sehr gut. Nach zwei Tagen fühlt es sich nicht so an, als würden wir uns erst seit kurzem kennen. Die Gespräche fließen, die Wellenlängen schwingen im gleichen Takt und wir fühlen uns wunderbar wohl, eigentlich wie „zuhause“. Als wir am Samstag Morgen mit etwas Wehmut wieder abreisen (die Zeit war so kurz!) ist es zum Glück nur ein Abschied von vier Wochen. In den nächsten Tagen werden wir die Eindrücke ein bisschen sacken lassen, die Bewohner vermissen und uns auf das nächste Treffen sehr freuen.



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