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Fail of the day #9 – ein Backversuch

Fail of the day #9 – ein Backversuch

Ich wollte heute Muffins backen. Das Rezept erschien sehr simpel, dass ich ursprünglich dachte, ich backe das mit der Tochter zusammen. Ich war mit ihr heute morgen einkaufen (der Rewe hat schon ab 7 Uhr offen, wusstet ihr das? Was man so alles machen kann, wenn man schon so früh auf ist….) und habe unter anderem Buttermilch gekauft. Zum Mittagessen sollte es Buttermilch-Plinsen geben, und dann für das Wochenende Buttermilch-Trauben-Muffins. An der Kasse alle Einkäufe schnell im Kinderwagen verstaut, man weiß ja immer nicht, wie lange so eine Kinder-Geduld hält… Fahrt nach Hause, alles ist gut. Kind weicht im Wagen zufrieden sein Vollkorn-Brötchen auf. Zuhause Stofftasche unten aus dem Wagen rausgezerrt; da tropft irgendwas. Ohje, nicht gut. Alles voll. Und riecht unangenehm. Mist. Buttermilch ist aufgeplatzt. Also erstmal alles hochgeschleppt, in die Küche, abgewaschen, Tasche in die Wäsche. Jetzt hatte ich nicht mehr genug Buttermilch für beide Rezepte. Die Buttermilch-Plinsen fürs Mittagessen gingen vor, denn das Rezept wollte ich unbedingt ausprobieren. Also werden die Muffins eben anders gemacht, ich bin da ja immer kreativ. Dann war die Tochter nicht so gut drauf, das Mittagessen zubereiten war mir schon stressig genug, also habe ich gewartet, bis mein Mann von der Arbeit kam (er hat jetzt einen 12 Stunden/Woche Job beim Schreiner). Während die Tochter dann nachmittags mit dem Papa gespielt hat, konnte ich also in Ruhe backen.

Statt Buttermilch habe ich erstmal Hafermilch genommen. Dann dachte ich, wäre ja schön, wenn die Tochter die Muffins auch einfach mitessen könnte. Also ohne Zucker. Stattdessen habe ich eine Handvoll Datteln in der Milch eingeweicht und danach püriert. War sehr lecker und süß. Dann noch den Rest der Zutaten mit in die Schüssel, also irgendwie schnell, schnell, weil muss ja immer schnell gehen alles.

Dann war der Teig zu fest, also noch mehr Milch in den Teig geben. Da ist noch Eiweiß im Kühlschrank vom Mittagessen, das könnte man ja als Eischnee noch unterheben… also noch schnell Eischnee schlagen. Okay, mal probieren. Irgendwie schmeckte er überhaupt nicht, da muss doch Zucker mit rein. Kurz gegoogelt, ob Ahornsirup okay ist für Babys. Nein, ist genauso böse wie Honig. Vielleicht Agavendicksaft? Ne, der ist auch böse. Nicht nur für Babys, allgemein. Okay, interessiert mich jetzt nicht wirklich, dachte ich, weiter scrollen… Stevia, Reissirup, alles böse… Gut, dann halt Zucker. Und die Tochter bekommt ihren eigenen Teig, habe ich entschieden und ihr einen Teil weggenommen, mit einer zermatschten Banane vermischt und die Weintrauben untergehoben. Für den Erwachsenen-Kuchen noch 100 g Rohrohrzucker dazu und abgeschmeckt.

Hmm, schmeckt komisch. Mein Mann sollte probieren, er fand den Teig okay. Ich fand ihn irgendwie nicht so wirklich Kuchen-mäßig, aber wusste dann auch nicht, was ich noch ändern könnte und habe ihn erstmal in den Ofen geschoben. 40 Minuten später war der Kuchen fertig und die Küche wieder sauber. Ich dachte mir schon wie wunderbar der Kuchen sein wird und wie toll das alles gepasst hat am Ende…. mein Mann probiert und meint, der Kuchen sei irgendwie sehr herzhaft. Ob ich da was herzhaftes rein hätte. „Na klar, Salz halt.“ sage ich. „Wie viel Salz denn?“ „Ein halber Teelöffel. Stand so im Rezept.“ Mein Mann ist fast aus den Latschen gekippt „ein halber Teelöffel? Ich nehme für ein Brot nur einen ganzen Teelöffel!“. Mir schwante irgendwie nichts gutes… ich hatte da schon ein komisches Gefühl bei diesem halben Teelöffel Salz… Wir lesen nach…

Naja, konnte man schon mal verkehrt lesen, ist aber wirklich klein geschrieben… Der Kuchen jedenfalls ist so nicht als Kuchen essbar. Als herzhaftes Früchtebrot kann er vielleicht durchgehen. Ich hab ihn dann popel-frei gegeben, damit sich wenigstens Eine daran erfreut.

Bärenkuchen wird zu Gruselkuchen

Kuchen-fails gab es bei mir schon öfter… Hier eine kleine Auswahl, was ich beim Backen schon alles vermasselt habe:

  • Einer der ersten selbstständigen Backversuche: Eine Freundin und ich wollten den Fußball-Kuchen aus dem Wilde-Kerle Buch backen. Der Kuchen sah richtig gut aus. Es waren irgendwie 9 Eier darin, 500 g Schokolade, usw. Richtig wild eben! Wir haben alle Zutaten zusammen gemischt und am Ende fehlten noch 150 ml Milch. Haben wir gelesen und dann 1,5 Tetra Pak Milch reingeschüttet. Erst als es wirklich, wirklich flüssig wurde, und die Schüssel schon ziiemlich voll war, haben wir gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt. Dann wollten wir aber den Kuchen mit den ganzen Zutaten nicht aufgeben, und haben die Flüssigkeit mit der Suppenkelle wieder abgeschöpft. Am Ende hat er trotzdem ganz gut geschmeckt! Alles ist gut, solange du wild bist!
  • Weniger gut geschmeckt hat ein anderer Fehler, der mir passiert ist. Ich hatte versucht, einen Kuchen mit Gelatine zu backen (ich habe es seitdem tatsächlich nicht mehr probiert). Irgendwas ist beim Auflösen der Gelatine schief gegangen, und der Kuchen war durchzogen von Gelatine-Klumpen. Wir hatten ihn zum Kaffee trinken bei meinem Opa dabei, der hat das auch bemängelt, aber gegessen hat ihn trotzdem ganz tapfer.
  • Dann habe ich einmal Mehl vergessen. Meine Freundin fragt mich heute noch manchmal, ungefähr 10 Jahre später, wie das eigentlich passieren konnte. Ich weiß es auch nicht. Alles war schon in der Form, aber der Kuchen war irgendwie so wenig Masse in der Form… Da ist es mir erst aufgefallen, dass ich das Mehl vergessen habe. Also alles wieder raus aus der Form, Mehl druntergemischt… kein Problem, konnte man trotzdem essen.

Mal sehen was morgen passiert… Schließlich brauchen wir zum Kaffee morgen einen Kuchen…. mein Mann schlägt mir vor, bei Rezepten zukünftig „mitzudenken“… Darüber denke ich dann morgen mal nach…



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