über: junges familienleben, nachhaltiges und gemeinschaftliches leben, gehbehinderung, bedürfnisorientiertes aufwachsen

Der Wurm in der Woche

Der Wurm in der Woche

In dieser Woche war bei uns der Wurm drin. Es fing damit an, dass wir die Tochter morgens unbeaufsichtigt im Bad gelassen haben. Es waren nur drei Minuten, aber sie reichten, dass es plötzlich ziemlich still wurde. Verdächtig still. Die Tochter hatte es sich neben ihrem umgekippten Töpfchen auf dem Badezimmerteppich gemütlich gemacht und genoss breit grinsend ihr erstes Frühstück. Mir wurde leicht schlecht, aber es ist auf jeden Fall eine Geschichte für den 18. Geburtstag. Merke: Lassen Sie ihr Kind niemals unbeaufsichtigt aufs Töpfchen gehen.

Dann erreichten meine Schmerzen so einen Höhepunkt, dass ich dachte, es ohne Schmerzmittel nicht mehr aushalten zu können und einen ersten Versuch startete, abzustillen. Es war furchtbar. Ich finde es auch noch viel zu früh. Ich habe auch ein Abstill-Tagebuch hier geführt, aber es liest sich nicht besonders schön. Um es kurz zu machen: solange ich nicht hundertprozentig dahinter stehe, brauchen wir es nicht nochmal versuchen. Die Tochter verweigerte die Flasche und ich war psychisch total fertig. Die Schmerzen sind jetzt seit zwei Tagen etwas leichter und ich werde alles mögliche versuchen, damit es so bleibt. Ich versuche es jetzt zum Beispiel mit Homöopathischen Mitteln und habe vor, jeden Abend ein Autogenes Training zu machen. Das entspannt und tut langfristig sehr gut glaube ich.

Mein Mann hat seit Sonntag gefastet. Heilfasten ist ja sehr gesund und er wollte es mal ausprobieren. Bis auf morgens nach dem Aufstehen ging es ihm auch ganz gut damit, aber natürlich lassen die Kräfte nach, wenn man ein paar Tage nichts isst. So hat er nur das Nötigste (Alltag mit Kind – reicht ja auch schon) gemacht und im Haushalt war hier in Folge Land unter. Ich habe mich neben dem Schreiben an meiner Arbeit noch in der Essensbeschaffung für die Tochter und mich gekümmert und habe das Aufräumen auch auf ein Minimum reduziert. Aber ab Morgen gibt es wieder was in dem Magen und dann können die ganzen Tagträume vom Essen wahrgemacht werden. Nur damit ihr Bescheid wisst: nächste Woche müssen wir Chinesisch Essen gehen, dann auf jeden Fall noch zum Vietnamesen und als Nachtisch gibt es Eiskonfekt.

Mit meiner Arbeit ging es die Woche erst gar nicht voran. Wenn ich euch einen Tipp geben darf: egal, was ihr tut, lasst die Finger von Geoinformationssystemen. Die machen was sie wollen und nie das, was du willst. Aber die Arbeit ist jetzt angemeldet und in zehn Wochen wird abgeben. Deshalb heißt es jetzt dran bleiben und dran glauben. Und kein Ergebnis ist auch ein Ergebnis.

Es gab aber auch positive Momente diese Woche! Die Tochter krabbelt jetzt und beginnt, sich überall hochzuziehen. Als erste Maßnahme haben wir daraufhin die Steckdosen mit Kindersicherungen gesichert und alle Putz- und Reinigungsutensilien und Medikamente und Salben usw. in Kindersichere Höhen verfrachtet haben. Sie genießt es so zu krabbeln, es ist wirklich toll, dass sie das jetzt kann. Am liebsten spielt sie gerade mit einer großen Holzkugel. Da wird fleißig hinterher gekrabbelt, wenn die wieder wegrollt. Ansonsten ist sie auch ganz gut drauf (solange man nicht versucht, ihr eine Flasche anzubieten…).

Ein weiteres sehr positives Ereignis war, dass endlich Entscheidungen getroffen wurden. Zwar müssen wir noch abwarten, ob unser Plan auch so klappt (ich habe mich nämlich beworben), aber wenn, dann gibt es für die nächsten zwei Jahre endlich einen Fahrplan. Ich werde darüber berichten, wenn alles in trockenen Tüchern ist. Außerdem fängt mein Mann einen Mini-Job in einer Schreinerei hier in der Nähe an, um ein bisschen Erfahrungen in dem Beruf zu sammeln.

Alles in allem war die Woche eigentlich gar nicht so schlecht, wenn ich den Rückblick lese. Aber diese Abstillversuchs-Tage haben mich zusammen mit den Schmerzen total fertig gemacht. Heute morgen im Spiegel dachte ich für einen kurzen Moment: „Wer sind diese Augenringe und wo ist der Mensch dazu?“, aber so ist das nun mal als Working Mom.

Jetzt mache ich noch ein autogenes Training, schlafe dabei wahrscheinlich ein und werde hoffentlich nur vier Mal oder so geweckt. Das wäre doch traumhaft.

 



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