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Im Hier und Jetzt – bin ich bin ich bin ich.

Im Hier und Jetzt – bin ich bin ich bin ich.

Das Leben ist voller Leid, Krankheit und Schmerz – und zu kurz ist es übrigens auch…
Woody Allen

Im Hier und Jetzt leben. Das hört sich immer so einfach an und ist so schnell gesagt, aber es ist so verdammt schwer umzusetzen! Die Gedanken wandern einfach viel zu oft in die Zukunft, die offenen Fragen drängen sich ins Bewusstsein und belagern das Denken. Vor den vermeintlich schönen Moment schieben sich graue Wolken.

Wie gern wäre ich frei von diesen grauen Wolken!

Vor meinem geistigen Auge sehe ich eine Frau, die den Tag über lacht und fröhlich ist und sich an der Schönheit der Natur und der Gesundheit der Mitmenschen und dem Essen auf dem Tisch und der Sonne im Himmel erfreut.

So möchte ich sein.

Im Hier und Jetzt bin ich es aber nicht. Zumindest nicht so durchgehend, wie ich es gerne wäre. Immer wieder komme ich ins grübeln über unsere Zukunft. Oder ich ärgere mich über Kommentare oder falsche Blicke auf der Straße. Ich zweifle an mir selbst. Was möchte ich, wo liegen meine Prioritäten wirklich? Was will ich im Leben erreichen?

Ich will immer zu viel und am liebsten alles auf einmal.

Im Hier und Jetzt leben, aber trotzdem die Zukunft im Blick behalten. Sich Gedanken machen und Zukunftsmodelle im Kopf durchspielen, aber diese Gedanken nicht den Tag bestimmen zu lassen. Stattdessen den Blick auf das Wichtige lenken: auf meine Familie, auf meine Gesundheit.

Im Hier und Jetzt bin ich manchmal bockig wie ein kleines Kind. Der Steinbock in mir fährt die Hörner aus und ich fühle mich von Wut und Trotz überrollt wie eine vierjährige, die im Supermarkt an der Kasse keinen Hubbabubba bekommt. Wie kann man nur so sturköpfig sein. So ein albernes Verhalten. Wenn ich dann meinen Willen bekomme, bin ich mir noch nicht mal sicher, ob ich das auch wirklich will. Es geht nur ums Gewinnen. Wie bescheuert.

Anders sein, das wär’s.

Ausgeglichener. Ruhiger. Weniger von den Emotionen beherrscht. Nachdenken, bevor man spricht. Wege beschreiten und auf den Pfaden bleiben.

Im Hier und Jetzt geht es uns ja ganz gut. Großes Dach über dem Kopf, grüner Garten unter den Füßen, finanziell ausreichende Sparflamme und eine funktionierende Beziehung mit Sonnenschein-Mädchen. Was geht es uns doch gut. „Sei dankbar und halt die Klappe. Denk an die, denen es nicht so gut geht. Schätze deine Lage. So privilegiert. Sei glücklich.“, rufen die Gedanken. „Aber wir wissen ja nicht, was kommt. Was ist in einem Jahr? Wovon sollen wir leben? Wie wollen wir wohnen? Wieso hast du Schmerzen? Stimmt etwas nicht? Das/Dies/Jenes könnte besser sein.“, rufen die Gedanken.

Hin und Her. Wer gewinnt?

Im Hier und Jetzt bin ich umgeben von widersprüchlichen Gefühlen. Ich bin ich bin ich. So viele Ichs in einer Person. Bin ich schon schizophren oder ist das noch normal?

Im Hier und Jetzt will ich meine Ruhe haben. Schmerz, lass nach. Gedanken, seid still. Sorgen, haltet inne. Lasst mich Sein.

Ich bin ich.



2 thoughts on “Im Hier und Jetzt – bin ich bin ich bin ich.”

  • Liebe Veronika,

    ich freue mich immer deinen blog zu lesen, deine Gedanken zu erfahren und auch über Themen zu behandeln fuer die man nicht immer Zeit hat darüber zu reflektieren. Die Frage im „hier und jetzt“ zu sein, zu leben habe ich mir viel später als du gestellt – aber diese Frage kommt – egal welchen Alters man selbst ist.
    Ich kann nur sagen, dass das Leben im „hier und jetzt“ zu leben eines meiner aufregendsten war. Ich möchte es mit dir teilen. Es hatte etwas von Leichtigkeit, es war mühelos, ich hatte das Gefühl wie zu schweben, trotz der grossen Sorgen die genau zu diesem Zeitpunkt mich wie eine Riesenwelle überschwappte und eigentlich kein Ende in Sicht war. Ich tat dann die Dinge, die mir wirklich am Herzen lagen (sicherlich ging ich weiter arbeiten und machte im Grunde genau das was ich sonst auch tat. )
    Ich machte keine langzeitlichen Pläne mehr, sondern nur das was für mich überschaubar war. Und fühlte mich befreit von den Zwängen immer alles wissen zu müssen, was man in der Zukunft zu tun vorhat. Durch diesen Zwang immer zukunftsorientiert leben zu müssen, Pläne zu haben (das hindert einem nicht unbedingt daran) gesellschaftlich mithalten zu wollen/zu müssen ? lässt einem vergessen was der heutige Tag uns bringt. Sobald wir uns jedoch damit bewusst damit auseinandersetzen und im „jetzt und hier“ leben, erscheinen uns die Zukunftssorgen weit entfernt und lassen uns viel bewusster den Tag erleben. Leider gelingt es mir nicht immer, aber die Erfahrung im „hier und jetzt“ zu leben, gab mir die Möglichkeit mehr meine Mitte zu finden und zu sein.
    Geniesse diese Augenblicke, lebe im Jetzt.
    Liebe Grüße Anna

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