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Raupe Nimmersatt mit schlabbernden Hosen

Raupe Nimmersatt mit schlabbernden Hosen

Die Tochter hat sich Mal wieder durch die Nacht gegluckert. Schniefnase sei Dank.

Und ich habe morgens nichts zum anziehen. Das liegt daran, dass ich schlabbernde Hosen hasse.

Fehlt euch der Zusammenhang?

Während der Schwangerschaft war ich so schön rund. Nicht dick, aber ich hatte ein bisschen ein runderes Gesicht, eine weibliche Form, strammere Beine und natürlich einen wunderschönen Dickbauch. Auf den explodierenden Busen hätte ich verzichten können. Da haben es die Hormone etwas zu gut gemeint. Drei Wochen nach der Geburt waren die 11 zusätzlichen Kilos schon wieder verschwunden. Das darf man öffentlich wahrscheinlich gar nicht sagen. Die Kilos purzelten, das Gesicht wurde schmaler und die Hosen weiter. Acht Monate später (jetzt) bin ich weit unter meinem Vor-Schwangerschaftsgewicht. Sagen wir mal so zwischen fünf und zehn Kilo. Die Hosen schlabbert ganz furchtbar, ich mampfe die ganze Zeit und bin nur am Kochen und Essen vernichten, aber die kleine Raupe Nimmersatt mampft mir fleißig hinterher. Gluckgluckgluck durch die Nacht. Der Auflauf ist gut investiert.

Ich esse vor dem Essen eine Scheibe Brot, um nicht zu hangry zu sein, schlinge dann doppelte und dreifache Portionen hinunter und brauche auf jeden Fall noch mindestens einen Nachtisch. Und die Umwelt gibt mir wertvolle Tipps:

„Kind, du musst was essen!“

„Achsoo? Nee, nee, mit dem Essen hab ich jetzt aufgehört. Das ist nichts für mich.“

„Aber das geht doch nicht!!! Du bist so dünn! Du musst was essen und zwar wos gscheits!“

Dieses Gespräch hatte sich zum Beispiel in Bayern zugetragen. „Wos gscheits“ bedeutet in Bayern F L E I S C H.

Ess ich auch manchmal, aber ich will mich ja gesund ernähren. Nicht von Fleisch jeden Tag oder von McDonald’s und Döner.

Joa und so mampfe ich mein Gemüse mit vielen Kohlenhydraten vor mich hin und ziehe gern mal einen Rock an und frage mich, wer diesen Hungerhaken im Freibad sehen möchte. Bei der Physio tun mir auf der harten Liege die Beckenknochen weh und die Knie knubbeln ein bisschen. Vielleicht ein Bandwurm? Oder die Schilddrüse?

Ich fühle mich aber nicht schlapp oder krank, meine Oberarmmuckis sind auch nicht zu verachten, da schaut mancher ganzer Kerl neidisch drauf! Ich bin stark und habe Lust am Essen und muss mich nicht wie gefühlt der Rest der Frauenschaft um zu viele Kilos sorgen. Eigentlich ist alles gut. Wären da nicht die schlabbernden Hosen.

Die deutschen Läden mit ihren Größen helfen da nicht weiter. Das wird teuer. Da muss ein Spanien oder Italien Urlaub her. Da gibt es kleinere Menschen und kleinere Hosen. Die sitzen dann auch endlich mal und zeigen den Rest Po, der die Stellung hält. Und das Essen in Italien ist auch nicht zu verachten…. Pasta, pasta!! Pizza, mi amore. Tiramisu… ti voglio bene!

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„Schaaatz, hast du nächste Woche schon was vor?? Können wir Hosen kaufen gehen?“

 



2 thoughts on “Raupe Nimmersatt mit schlabbernden Hosen”

  • Hallo mal wieder!
    Lustigerweise geht es mir ganz ähnlich. Zwar ist an mir immer noch genug dran, dass mich niemand darauf anspricht, aber ich merke auch v.a. an meinen Hosen, dass ich nach der Geburt viel Gewicht verloren habe. Ich bin jetzt bei einem Gewicht, das ich geschätzt zuletzt vor zehn Jahren hatte. Meine zwei aktuellen Jeans schlabbern auch, jede sieht auf ihre Weise unmöglich aus. Ich bin ganz froh, dass das wärmere Wetter mich zum Tragen von Röcken und Kleidern veranlasst, da fällt die Hosenmisere weniger auf. Jetzt, wo ich wieder arbeiten gehe, komme ich auch weniger leicht dazu, mal was Neues anzuschaffen – zumal Hosenkauf bei mir schon immer langwierig und frustrierend war. Vielleicht kann ich es einfach aussitzen, die Zeit mit Sommerkleidung überbrücken und im Herbst​ weiter sehen.

    Einen ganz lieben Gruß an dich 🙂

    • Hallo liebe Jule!
      Ja Hosen kaufen mag ich auch gar nicht… Das an- und ausziehen im Geschäft, meistens kann man sich nicht hinsetzen und dann passen die Hosen nicht… Dann immer das Dilemma: läuft man jetzt mit der ladenhose zum Ständer und holt eine neue Größe und zieht man dafür die Schuhe wieder an oder nicht? Oder doch die eigne Hose? Also noch einmal mehr an- und ausziehen und bei dem Stress fang ich dann an zu schwitzen und alles klebt und ich Krieg die Hose nicht mehr ab… Hihi das ist echt immer so ätzend. Da bleib ich lieber bei Rock und Kleid. Da passen mir die gleichen wir vor zehn Jahren. 🙂
      Ganz liebe Grüße 🙂

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