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Wie wollen wir leben? Gedanken zu zwei Lebensmodellen

Wie wollen wir leben? Gedanken zu zwei Lebensmodellen

 

Wenn du dich entscheiden zwischen zwei Modellen, welches würdest du wählen?

Bei dem ersten Modell würdest du dir einen Job aussuchen. In einem Betrieb, der dir am meisten zusagt. Leben würdest du in einer Wohnung mit Balkon, vielleicht mit Garten, 70 qm², normale Miete, das Geld wäre knapp, aber es würde gehen. Du würdest 40 Stunden die Woche arbeiten und hättest eine sehr enge Struktur in deinem Alltag. Du würdest ein bisschen Geld verdienen, deine Tochter wenig sehen und wenig Zeit für die Familie haben. Nach zwei Jahren hättest du einen Berufsabschluss.  

Bei dem zweiten Modell würdest du dich für den Ort entscheiden. Der Ort wäre vielleicht in Spanien oder in Frankreich, auf dem Dorf. Irgendwo, wo das Land günstig ist und du dir ein Haus aufbauen könntest, dass langsam durch deiner Hände Arbeit wächst und in 15 Jahren ohne Beteiligung einer Bank das fertige Zuhause deiner Familie wird. Du würdest zwei Tage die Woche ein bisschen in dem Bereich arbeiten, der dir vorschwebt und somit deiner Berufung nachgehen. Dadurch hättest du ein bisschen weniger Geld, dafür viel Zeit für deine Familie und könntest deine Tochter oft sehen. Du hättest nach zwei Jahren keinen Berufsabschluss. 

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„Aber man kann doch nicht einfach nach Spanien oder Frankreich gehen und dort dann „nichts“ machen. Man braucht doch eine Anstellung!“ 

„Durch einen Job bekommt man auch Anerkennung. Der eigenen Arbeit wird ein Wert zugesprochen, der für das eigene Selbstbewusstsein wichtig ist.“ 

„Und was sagt man der Familie? Wie erklärt man das zweite Modell?“ 

„Was hat die höhere Priorität? Der Job oder der Standort?“

 



5 thoughts on “Wie wollen wir leben? Gedanken zu zwei Lebensmodellen”

  • Ach liebe Veronika, fühl dich erstmal gedrückt!

    Ich verstehe dich sehr gut, denn ich hadere auch viel mit mir, was die Vereinbarkeit von Erwerb und Familie angeht.
    Ich möchte dir gerne so viel sagen, das aber lieber in einem weniger öffentlichen Rahmen.

    Kennt ihr das Pärchen von „Experiment Selbstversorgung“? Die haben auch einen Blog, musst du mal schauen. Vielleicht gibt euch deren Lebensweg ja auch irgendwas.

    Nur so viel vorab: Grantlertum gibt es andernorts auch, besonders wenn man fremd, neu und anders ist. Womöglich gerade dort, wo Land billig ist. (Viel mehr Negatives habe ich nicht beizusteuern.)

    Ihr findet euren Weg, da habe ich gar keinen Zweifel.

    • Danke liebe Jule, schön von dir zu hören!! Ich werde mir den Blog mal ansehen, kannte ich jetzt noch nicht. Und vll wird es Zeit für ein Treffen in der haptischen Welt?

  • für mich ist die antwort eindeutig, es ist nicht einmal eine wirkliche frage für mich. der ort und mit ihm die menschen gewinnen immer vor dem job und mit ihm dem materiellen!
    wir leben in einer gesellschaft der vermeintlichen sicherheiten, für welche oft auch auf momentanes glück verzichted wird. natürlich können wir versuchen ein wenig in die zukunft zu planen. aber ich versuche lieber im jetzt glücklich zu sein, das zu machen, was mir entspricht. denn wer weiss, ob ich es morgen noch kann.
    ich bin 30, ohne berufsabschluss und ich vermisse ihn nicht. natürlich wäre es nett mehr lohn für meine arbeit zu erhalten. aber ich mache seit 12 jahren was ich will, reise, habe zeit menschen wirklich zu begegnen. das würde ich nie eintauschen!
    denkt ihr darüber nach, auszuwandern? finde ich super spannend. der gedanke kommt mir auch immer wieder. schreibst du noch mehr zu euren prozessen?

    • Liebe MaEla, ja da hast du recht… ich finde es toll, dass du deinen Weg so gehst! Ich bin da immer ein bisschen ängstlich, sich so frei von den Konventionen zu bewegen…

      Ich schreibe noch mehr, mein Kopf ist voller wirrer Gedanken, die müssen raus, und ich bin froh, wenn jemand das liest und vielleicht macht das dann alles mehr Sinn ;).

      Liebe Grüße!

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