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Donnerstag-News aus der Villa – 13.04.2017

Donnerstag-News aus der Villa – 13.04.2017

Heute möchte ich euch wieder über die neuesten Entwicklung und Geschehnisse aus der Villa informieren. Zur Zeit läufts nicht so rund bei uns, aber kann ja auch nicht immer eitel Sonnenschein sein. 

Im Garten

Der Zaun im Garten ist endlich fertig. Das ist auch gut so, denn dann kommt es in Zukunft nicht mehr zu solche unangenehmen Zwischenfällen wie der eine letzte Woche. Da ist nämlich der Hund des Nachbarn von links in den Garten des Nachbarn von rechts gelaufen, der ist ja schon öfter ausgebüxt. Diesmal kam er aber aufgrund des fehlenden Zauns durch unseren Garten durch und hat beim Nachbarn rechts drei Enten zerlegt. War nicht so schön. Der eine Nachbar hat den anderen dann entschädigt, aber die Enten wollte keiner haben. Der Nachbar wollte sie in den Restmüll schmeißen und da haben wir sie genommen. Meine zwei Mitbewohner haben die dann ganz tapfer gerupft und ausgenommen, weil die irgendwie komisch gerochen haben. Jetzt haben meine Mitbewohner Ahnung von Enten-Anatomie, wir haben drei Enten im Gefrierfach, der Nachbar hat zwei neue Enten und der Hund darf nur noch mit Leine in den Garten.

Außer dem Zaun ist jetzt auch die Trockenmauer fertig und sieht richtig schön aus. Es wird dort wirklich herrlich warm, wie die Jule letztens kommentiert hat und wir finden dort schon viele Sandlaufkäfer. Es wäre ein perfektes Habitat für Zauneidechsen und wir überlegen schon, ein paar anzusiedeln, aber sind uns da noch nicht so sicher, wie verträglich das mit der Katze wäre. Nicht das es noch mehr Todesopfer gibt.

Abgesehen von den jüngsten Morden ist unser Garten ein kleines Paradies für viele Tierarten. Wir haben so viele verschiedene Vogelarten hier rumflattern, Stieglitze, Grünspechte, Buchfinken, Schwanzmeisen, Kohlmeisen und noch viel mehr, die ich alle nicht kenne. Die ersten Tagfalter sind auch schon unterwegs. Es werden auch immer mehr kleine Oasen für verschiedenste Insektenarten geschaffen. Meine Mitbewohner haben zwei Wildbienen-Hotels aus Baumstämmen gebastelt. Der eine wurde sogar noch mit Deko versehen. So ein Wildbienen-Hotel ist übrigens ein schönes Geschenk für jeden Garten- oder Balkonbesitzer! Einfach ein Baumstamm mit unterschiedlich großen Löchern anbohren, zur Sonne ausrichten und auf die Besucher warten.

Am Montag haben wir angegrillt und mein Mitbewohner hat versucht, Feuer á la Steinzeit zu machen. Hat leider nicht so gut funktioniert, weil das Heu irgendwie nicht gut geeignet war, aber der Versuch sieht schon mal ganz gut aus!

Gut, dass die Tochter mit ihrem Schlaf noch so flexibel ist und einfach im Tragetuch dabei sein konnte. So fühlte sich der Grillabend mit unseren Freunden wie ein freier Abend an! Und ich war trotzdem ganz entspannt, weil sie dabei war und nicht allein im Haus lag mit Babyphone…. Das haben wir tatsächlich noch nicht verwendet, ich trau dem Ding irgendwie nicht.

In der Gemeinschaft

Die Stimmung zwischen uns allen ist ganz, aber die Stimmung eines jeden Einzelnen ist durchwachsen. Alle hadern so bisschen mit ihren Aufgaben. Jetzt schreiben wir ja wirklich alle an unseren Bachelorarbeiten und weil das ja leider nicht so reibungslos schnell von der Seele geschrieben werden kann, wie man sich das am Anfang vielleicht vorstellt, holt einen öfter mal die Frustration ein. Vor allem, wenn dann Professoren und Betreuer sich weder auf Email noch telefonisch melden und man keine Unterstützung von Seiten der Hochschule bekommt. Das ist irgendwie ungut.

Meine Projekte

Mein Mann und ich haben uns in den neuen Rollen auch noch nicht so ganz gefunden. Eigentlich möchte man meinen, dass ein Tag lang genug ist, damit wir beide zum Arbeiten kommen, aber in der praktischen Umsetzung hapert es da noch ziemlich. Da bekommen sogar wir uns mal in die Haare, obwohl es sonst immer ziemlich harmonisch bei uns ist. Aber mit konkreten Absprachen wird es hoffentlich bald besser funktionieren. Durch meinen Arbeitswillen gibt es mehr Papa-Tochter Zeiten, die die beiden sehr miteinander genießen. Das ist immer sehr schön zuzuschauen!

Ich hatte diese Woche insgesamt keine so besonders gute Stimmung, ich war oft lustlos und habe die Tage als anstrengend empfunden. Da war ich zum Teil dann auch angestrengt im Umgang mit der Tochter und dachte mir, wieso dreht sie sich immer noch nicht vom Bauch auf den Rücken und wieso robbt sie noch nicht und wie kann ich sie jetzt beschäftigen und was soll ich mit ihr spielen… Das finde ich selbst immer total doof von mir und da meldet sich dann gleich meine Angst, eine schlechte Mutter zu sein, weil ich die Zeit mit meinem Kind anstrengend finde und in dem Moment lieber etwas anderes machen würde. Ein doofes Gefühl ist das. Am Besten ist es dann immer, wenn ich einfach meine Sachen mache und sie teilhaben lasse, aber das ist mir auch manchmal zu anstrengend, sie da immer mitzuschleppen. Wenn ich mich dann einfach mit ihr auf die Krabbeldecke lege und mit ihr rede und sie beobachte, dann merke ich doch, dass es mehr eigentlich gar nicht braucht, um sie bei Laune zu halten. Und wenn es ihr doch zu langweilig wird, dann bin ich immer froh, wenn im Haus sonst was los ist. Wenn in der Küche gekocht wird oder im Garten gearbeitet wird, dann schaue ich mit ihr zusammen einfach zu, was so gemacht wird.

Zum Essen sitzt sie jetzt alleine im Hochstuhl, das ist soo angenehm! Ich war darüber auch genervt, weil der, der die Tochter am Schoß hatte, konnte immer nicht richtig essen und der andere hatte dadurch auch Stress, weil er so schnell wie möglich fertig sein wollte, um den einen abzulösen. Das hat das Essen immer so stressig gemacht. Jetzt sitzt die Tochter allein und ist total happy darüber und wir können wieder in Ruhe essen und ihr beim matschen zuschauen. Und wenn sie fertig ist, wird der Teller umgekippt.

Eigentlich wollte ich ja für Ostern nichts basteln, aber dann hat es mich doch überkommen. Ich wollte Ostergeschenke ohne Konsum basteln. Ich habe schon Dienstag angefangen und mache jeden Tag ein bisschen, dann bin ich Sonntag fertig. Für meine Osternester habe ich Plastikbehälter, in denen im Supermarkt das Gemüse verpackt ist, mit Serviettentechnik upgecycelt. Die Tochter hat dabei heute morgen (verspätet) gefrühstückt, weil sie unser Frühstück verschlafen hat. War aber ganz praktisch, so konnte ich ein bisschen basteln. Das Ergebnis zeige ich euch, wenn die Nester fertig sind.

So, das waren unsere durchwachsenen Tage, heute Abend wartet noch (wie jeder Abend) dieser Ausblick auf mich und dann geht es ins Bett.



4 thoughts on “Donnerstag-News aus der Villa – 13.04.2017”

  • hallo ihr.
    lese wie immer gerne bei dir mit. schade, dass es durch dein, hoch ambitionierte (!), alltagsänderung weniger beiträge gibt. aber verständlich. wichtige übung mit baby, prioritäten setzen =)
    etwas hat mich erstaunt, sie rollt sich noch nicht, aber kann sitzen? wie geht das den? oder habt ihr sie selber hingesetzt? ich hab das bei meiner kleinen nicht gemacht, da ich verunsichert war, wie schädlich es nun tatsächlich für den rücken ist… bestätigt fühle ich mich in dieser entscheidung von einem befreundeten baby, dass nun zwar selber sitzt, aber nicht selber in diese position kommt. das nervt ihn ganz doll und er meckert, wenn die eltern ihn nicht aufsetzen…
    das gefühl, welches du beschreibst von dieser woche, kenne ich nur zu gut! ich bespiele meine kleine einfach nicht so gerne, zumindest nicht dauernd. an solchen tagen hilft meistens nur die begegnung mit anderen kindern. da kann sie auch „nur“ zuschauen oder versuchen hinterher zu krabbeln und doch ist sie super zufrieden. und mir tut der austausch mit anderen auch gut und ich hab nacher wieder mehr energie.
    toll finde ich bei euch, dass nun der papa stärker eingespannt wird. das tut bestimmt allen beteiligten gut. hoffe pendelt sich bald ein.
    liebe grüsse und schöne ostern

    • Hallo MaEla,
      ja mit dem sitzen waren wir uns auch unsicher. Da gibt es ja die eine Meinung, dass die Babys auch am Schoss erst dann sitzen sollen, wenn sie es selbst können… Ich habe bei meinem Physiotherapeuten/Osteopath nachgefragt und er meinte, ab dem sechsten Monat ist es anatomisch in Ordnung wenn sie hingesetzt werden. Die Wirbelsäule ist bis dahin stabil und auch der Magenpförtner, der Pylorus, ist dann verschlossen. Die Babys sollten nur nicht für lange Zeit hingesetzt werden…
      Wir kennen die zwei gegensätzlichen Meinung, aber für uns bringt der Hochstuhl gerade eine ziemlich Entlastung, also werden wir die Tochter da für die kurze Essenszeit reinsetzen. Und bis jetzt beschwert sie sich noch nicht darüber ;).

      Ja, der Austausch mit anderen Mamas fehlt mir immer noch (fast) komplett, da sind wir hier auf dem Land einfach ziemlich isoliert. Ich bespiele die Tochter auch nur selten, es muss auch von den Erwachsen „von Herzen kommen“ finde ich. Aber mehr Umgang mit anderen Kinder und Mamas wäre wichtig…

      Ich wünsche dir ein schönes Osterfest! Liebe Grüße, Veronika

      • hallo veronika.
        da seid ihr in demfall besser informiert als ich. dass sitzen auf dem schoss schlecht sein soll, halte ich für unfug. das baby ist dabei ja nie ausschlieslich sitzend und auch ständig in bewegung. und dass der hochstuhl freiheiten mit sich bringt, empfinde auch ich so.
        das mit den anderen eltern(meist mamas) finde ich auch schwierig. direkt hier im quartier spielen aber zum glück viele kinder. aber zb spielplätze finde ich meist anstrengend, da ich mich oft am umgang der eltern mit den kids störe. das hält mich auch noch davon ab, mal in eine krabbelgruppe zu gehen…
        auch euch schönes wochenende.
        maela

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