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Wochenende in Bildern – 11.03./12.03.2017

Wochenende in Bildern – 11.03./12.03.2017

Samstagmorgen

Die Tochter isst ja jetzt schon oft mit uns mit und ich werde euch demnächst mal erzählen, wie wir mit der Beikost gestartet haben. Der Mann macht Omelett mit Spinat für die Erwachsenen, und für die Tochter gibt es Omelett ohne alles. Ich brauche die Eier für eine Osterschmuck-Idee, also müssen alle fleißig Ei essen.

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Ich starte mega motiviert in den Tag, hatte mir Freitag Abend eine To-do Liste mit vier Kategorien und ungefähr 30 Posten geschrieben und es war irgendwie klar, dass das nur in die Hose gehen kann (obwohl die Liste eher für ein ganzes Monat angelegt ist). Mein Vorhaben für Sonntag lautete aber eigentlich nur Blumensamen in Anzuchtgefäße zu pflanzen. Also gar nicht mal so unrealistisch. Ich bin dennoch gescheitert. Nicht nur, aber auch daran, mit den Mitbewohnern alles abzusprechen (welche Anzuchtgefäße kann ich nehmen, wo stellen wir die Pflanzen dann hin, sodass sie keinem können, welche Raum heizen wir dafür… das ist der Nachteil, wenn man in einer Gemeinschaft lebt. Alles muss ewigst abgesprochen werden. Das nervt mich oft). Aber immerhin habe ich die Erde vorbereitet (Humus im Backofen backen, das riecht immer ein bisschen komisch).

Im Garten ist heute jede Menge los; unser Nachbar wünscht sich eine Mauer. Wir haben uns überlegt, eine natürliche Mauer zu bauen und frei nach dem Motto „how to build a wall“ fangen wir jetzt, wo der Boden nicht mehr gefroren ist, damit an. Alle packen mit an (außer ich: Mit Baby im Tragetuch ist man ja ein bisschen eingeschränkt was die Arbeit mit Sägen, Beilen, Bücken, Schleppen angeht).

Ich habe mich bereit erklärt, für die fleißige_n Gartenarbeiter_in zu kochen, aber als ich feststelle, dass wir acht Personen sind, stresst mich das ein bisschen. Unsere Küche ist so klein, um gut zu schnippeln und in die große Küche mag ich nicht gehen, die ist so ungemütlich. Außerdem hab ich ja noch die Tochter nebenbei, die am liebsten mithelfen will und ich merke, wie ich das alles nicht so gut unter einen Hut kriege. Irgendwie klappt es, aber es ist nicht gerade Zen-Kochen. Es gibt Gemüsewok mit Topinambur aus dem Garten.

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Nachmittags kommt dann noch Besuch. Ich wollte vorher noch aufräumen, aber das klappt auch nicht, weil die Tochter genau dann stillen will und schlafen und eine Pause braucht. Also werden die Gäste von Staubmäusen und Chaos im Wohnzimmer und in der Küche begrüßt. Das stört mich ziemlich. Es sind nur so kleine Sachen, die ich machen will, die ohne Kind vielleicht 10 Minuten dauern. Und mit Kind klappt es einfach nicht. Das macht mich total unzufrieden.

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Danach überlege ich, ob ich noch pflanze, aber mit Tochter im Tragetuch ist es mir irgendwie auch zu anstrengend. Damit ich überhaupt noch etwas gemacht habe, säe ich ein paar Kresse-Samen. Eigentlich wollte ich die Eierschalen ja mit Blumen bepflanzen, wie das Bild rechts in der Aldi-Nord Werbung. Aber ich hab mir das nochmal genauer angeschaut… erstens würden die Blumen niemals so dicht und so kurzstängelig wachsen und beim zweiten Blick sind das noch nicht mal echte Blumen, sondern Plastikblumen. Dann doch lieber Kresse.

Danach lege ich mich mit der Tochter für ein frühes Abendschläfchen auf die Couch und schaue einen Film. Der Abend ist irgendwie danach auch gelaufen, ich habe total Hunger, aber auf nichts Lust, bin unzufrieden, weil ich nichts geschafft habe und irgendwie auch sauer auf die Umstände und auf meinen Mann, weil der immer gemütlich Bachelorarbeit schreiben kann (wobei er sicher lieber tauschen würde). Ich quengel also den ganzen restlichen Abend rum und mein Mann erträgt das mit stoischer Gelassenheit, das finde ich immer faszinierend, wie viel Geduld er mit mir hat. <3 Danke.

Als ich dann im Bett liege kommt mir doch noch ein versöhnlicher Gedanken. Für mich war der Tag unbefriedigend und ich habe nicht das geschafft, was ich gerne hätte machen wollen. Aber für meine Tochter war es ein schöner Tag. Sie wurde viel getragen, bekuschelt, hatte ruhige Mama-Tochter-Momente, in denen es nur sie, mich, und die Sonne, die auf unsere Gesichter schien, gab. Sie konnte lange im Garten die Bäume anschauen und die frische Luft auf ihren Bäckchen spüren, wurde viel gestillt und hat zwischendurch kurzzeitig ganz angeregt mit ihrem Kuscheltieren gespielt. Und wenn man den Tag für die Kinder schön gestalten konnte, dann sollte das in der eigenen Tagesbilanz auch etwas wert sein.

Sonntagmorgen: Dunkel wars, der Mond schien helle

Anscheinend haben wir einen Vollmond-Geist. Die Tochter hat sehr wenig geschlafen diese Nacht und ist seit halb fünf wach. Also wach-wach. (Es hat mich an Dimitri Stubaki, Austausch-Bandit aus Griechenland erinnert: „Aaah, reine Luft. REINE Luft. DIE LUFT IST JA SO REI-HEIN“. So war die Tochter heute morgen auch. „Aah, ich bin wach. ACH, ich bin so wach. ICH BIN JA SO WA-HACH!!!“.) Ich stehe mit ihr auf und fange an Brot zu backen. Muss ja auch für die Erwachsenen einen Sinn haben, so früh auf den Beinen zu sein.

Wir frühstücken alle zusammen im großen Seminar-Esszimmer. Ich habe während der Zubereitung ein bisschen gedöst und bin ganz erstaunt, als ich an den Tisch komme. Es gibt sogar Tischschmuck! Schneeglöckchen im Schnapsglas, sehr stilvoll :).

Ansonsten vertrödeln wir so den Tag mit Klavierspielen, ein bisschen für meine BA arbeiten (ich scheitere schon am Installieren der Software. Das kann ja heiter werden!), in den Garten gehen und schauen wie weit die Mauer ist, …

Ich habe mir nichts vorgenommen für diesen Sonntag und das fühlt sich gut an. Ich koche wieder Mittagessen, diesmal spielt die Tochter ganz schön dabei und es klappt besser als am Vortag (sogar windelfrei mit Abhalten dazwischen). Und nach dem Essen komme ich tatsächlich noch dazu, meine Samen zu pflanzen. Ich habe für die Anzucht auf dem Grundstück (wir haben ein paar Schuppen und Garagen) nach einen passenden Behältnis gesucht, und ein altes, rostiges Ding mit kleinen Löchern gefunden. Ich weiß nicht genau, was das mal war, mein Mitbewohner C. meinte, vielleicht ein Teil von einem Gulli… Ist ja auch egal, jedenfalls passt es perfekt, um Pflänzchen zu ziehen. Und der Deckel der Regenrinne passt super als Wasser-Auffangbehälter. Wieder Plastik gespart (keine neuen Anzuchtbecher gekauft), sehr schön!

 

Das war unser Wochenende. Mehr WiB findet ihr bei geborgen-wachsen.de



3 thoughts on “Wochenende in Bildern – 11.03./12.03.2017”

  • waaas??? das ist für dich ein tag an dem du zu nix gekommen bist? wow, wir haben andere masstäbe! für mich wär das ein super tag gewesen. nebst tochter betuddeln hummus backen, mit mitbewohner*innen reden, für 8 kochen, besuch, film! ich hab seit der geburt nicht für so viele leute gekocht und es würde mich auch ganz schön überfordern (obwohl ich das früher alltäglich gemacht habe).
    was ich neben tochter stillen, wickel, bespassen, rumtragen, schlafen und essen lassen, draussen spielen und baden heute gemacht habe? eine wäsche waschen und aufhängen. etwas super simples gekocht. abgewaschen. minimal aufgeräumt (probiere gerade das konzept, jeden tag 15min, anstelle 1tag viel). und maximum 1,5h am computer gearbeitet. und das war kein ich-komm-zu-nix-tag. also du sagst zwar, dass du als pendant zu super mamis schreiben willst, aber für mich scheinst du immernoch unerreichbar perfekt 😉

    • Liebe MaEla,
      das habe ich tatsächlich falsch rübergebracht. Ich habe schon was geschafft an dem Tag, aber nichts von dem auf was ich Lust hatte. Ich hatte so mega Lust diese dummen Samen in die Erde zu machen. Das hätte wirklich nicht lange gedauert. Aber dann musste ich den Tag irgendwie so um die Tochter und den Haushalt rumplanen, dass ich es nicht geschafft habe, und das hat mich frustriert… Aber klar, du hast recht, ich bin schon zu etwas gekommen. Dein Tag klingt genauso voll wie meiner. Kochen macht immer Arbeit, auch wenn es simpel war. Meins war auch ganz simpel. Besuch war nur kurz da, und Film habe ich beim Cluster-feeding nebenbei gemacht… Das hat glaub ich alles toller geklungen, als es insgesamt war.
      Baden wollte ich die Tochter eigentlich heute auch… und die Staubmäuse liegen immer noch da. Also keine Sorge, ich bin nicht perfekter als du 😉

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