über: junges familienleben, nachhaltiges und gemeinschaftliches leben, gehbehinderung, bedürfnisorientiertes aufwachsen

Hätte ich heute meine Arbeit niedergelegt – Gedanken zum Frauentag

Hätte ich heute meine Arbeit niedergelegt – Gedanken zum Frauentag

Am heutigen Welt-Frauentag ruft „Women’s March“ alle Frauen dazu auf, ihre Arbeit niederzulegen. Was wäre dann bei uns heute los? 

Wenn ich heute morgen beschlossen hätte meine Arbeit aufgrund des Welt-Frauentags niederzulegen, wäre das erstmal in der Familien-routine des Tages nicht aufgefallen. Mein Mann steht mit der Tochter morgens auf und da die Nächte im Moment wieder etwas anstrengend sind,  nehme ich dieses Angebot dankend an und schlafe noch ein Stündchen weiter.

Nach dem Frühstück, wenn die Tochter gegen neun wieder Hunger bekommt, wäre sie unglücklich geworden, wenn ich nicht da gewesen wäre. Dann wäre ich wohl das erste Mal vermisst worden.

Mein Mann könnte mich in vielen Dingen ersetzen: beim Aufräumen, Essen kochen, Wäsche waschen, Koffer ausräumen, Kleidung sortieren, Baby bespielen, mit dem Baby aufs Klo gehen, Wickeln, Briefe fertig machen und was ich heute sonst noch so gemacht habe.
Trotzdem wäre ein Tag ohne mich ziemlich unmöglich im Moment. Unsere Tochter ist es gewöhnt nach Bedarf gestillt zu werden und auch wenn sie sich die abgepumpte Milch im Fläschchen geben lässt, scheint sie dabei nicht ganz zufrieden zu sein (vielleicht erzählt mir mein Mann das auch nur, damit ich mich nicht durch eine Flasche ersetzbar fühle). Und für einen ganzen Tag bräuchte man ganz schön viel Milch. Die Kuschelzeit, die beim stillen automatisch anfällt, würde so auch wegfallen. Ich trage die Tochter tagsüber auch sehr viel, bleibe bei ihr, wenn sie ihren Nachmittagsschlaf macht, schreibe oder lese währenddessen und genieße den engen Kontakt.

Für meinen Mann würde ein Tag Bachelorarbeitszeit wegfallen, da er sich ja ganz um die Tochter kümmern müsste. So unrecht wäre ihm das gar nicht, da die BA schreiben auf seiner Agenda-der-Dinge-die-Spaß machen ziemlich weit unten steht. Oder vielleicht würde er sie auch mitnehmen, das hat schon öfter ganz gut geklappt.

IMG_20170308_162736.JPG

Hätte ich heute meine Arbeit niedergelegt, ich weiß nicht, was passiert wäre. Ich denke, mein Mann hätte die Aufgaben des Tages wunderbar übernommen und alles versucht, um die Tochter zufrieden zustellen. Trotzdem wäre sie wohl zeitweise unglücklich gewesen und es hätte mehr Tränen als sonst gegeben. Auch ich wäre sehr unglücklich geworden im Laufe des Tages, wüsste ich doch, dass da zuhause jemand darauf wartet, von mir umsorgt zu werden. Für unser aller Wohlbefinden ist es deshalb gut, dass ich meine Arbeit nicht niederlege.

Ich möchte es auch gar nicht, dazu bin ich viel zu gern Mama!



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*