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Heute ist mein Lieblingstag

Heute ist mein Lieblingstag

Sagt Puh der Bär zu seinem Freund:“Welcher Tag ist heute?“ Sagt sein Freund: „Heute ist heute“. „Oh, das freut mich aber“ sagt Puh der Bär, „denn Heute ist mein Lieblingstag“.

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Ich sitze beim Abendessen, die Tochter ist im Bett und ich frage mich mal wieder, wo eigentlich der Tag hin ist. Die Zeit vergeht derart schnell, ich komm gar nicht hinterher. Die Tochter wächst so schnell, jetzt fängt sie schon an sich zu drehen und robbt sich nach vorne, um zu ihrem Spielzeug zu kommen. Wenn die Arme schon mitmachen würden, würde sie am liebsten schon loskrabbeln. Die Beine jedenfalls sind schon sehr fleißig.

Ob dieses Gefühl, dass das alles zu schnell geht, sich irgendwann wandelt? Oder bin ich einfach besonders nostalgisch?

Schon nach zwei Tagen im Krankenhaus sagte ich zu meinem Mann, dass sie sich schon so verändert hat und so schnell groß wird. Und auch jetzt sage ich das recht häufig. Wenn man nur die Zeit ein bisschen anhalten könnte, um zu genießen… Aber dann wäre die Zeit nicht so kostbar.
Ich finde jede Phase, jedes Sein der Tochter so schön mitzuerleben und zu erfassen; ich schaue sie mir an und versuche, ihr Befinden, ihre Wünsche und ihre Empfindungen aufzunehmen und wenn ich dann denke, dass ich jetzt weiß, was gerade in ihr vorgeht und was sie möchte und braucht, dann hat sie sich schon wieder verändert und ich staune wieder, wie schnell das bei Babys alles geht. Gestern war sie gefühlt noch die kleine Erbse in meinem Bauch und heute weiß sie schon ganz genau, was sie möchte und lässt sich nicht von ihrem Willen abbringen.

Mein Mann und meine Mitbewohner freuen sich schon so darauf, wenn sie anfängt zu sprechen und zu laufen, wenn man mit ihr Quatsch machen kann und mit ihr die Welt entdecken kann. Ich freue mich da auch darauf, aber ehrlich gesagt, denke ich darüber kaum nach. Ich denke am Ende des Tages daran, wie schön es war, ihr die Freude über ihre Lieblingslieder anzusehen. Wie frustriert sie ist, wenn sie auf dem Bauch liegt, und ihr Kopf schwer wird. Wie ungern sie mittlerweile in der Schaukel sitzt, weil sie nicht viel sieht und wie erleichtert sie scheint, wenn man sie dann mit in die Küche nimmt und sie zuschauen lässt. Wie fokussiert ihr Blick mittlerweile ist, wenn man etwas isst oder trinkt und wie genau die Koordination ihrer Hände funktioniert, wenn sie nach etwas greift. Dass sie seit zwei Tagen laut lacht, wenn man ihren Bauch berührt und sich immer länger unterhalten möchte. Ich finde das so faszinierend, und bin glücklich, dass ich all das so nah miterleben darf. Sie zieht jetzt schon los und entdeckt die Welt jeden Tag ein Stückchen mehr, lächelt jeden an und freut sich über jeden, der mit ihr kommuniziert. Ich lerne, sie jeden Tag ein bisschen mehr loszulassen. Und wenn sie dann Hunger bekommt, und ich sie stille, dann ist sie wieder einfach nur ein Baby, dass ganz nah bei der Mama sein möchte. Es ist ein wunderschönes Gefühl (was ich ohne furchtbar schnulzig zu werden gar nicht beschreiben kann) wenn sie dann in meinen Armen einschläft, ich sie hochnehme und an dem wunderbaren Baby-Geruch schnuppern darf.

Und wenn ich morgens aufstehe und furchtbar müde bin und mir denke, warum gehe ich überhaupt ins Bett, wenn ich gefühlt müder aufwache, als ich abends reingeschlüpft bin: es gab noch keinen Morgen, an dem ich auf die Kleine sauer gewesen wäre, oder mir gedacht hätte, ein Tag ohne Baby wäre jetzt genau das richtige. Sie strahlt mich an, und ich freue mich, sie hochzunehmen und mit ihr den Tag zu bestreiten.

1000 Dank kleine Erbse, dass du uns als Eltern ausgesucht hast!

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