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10 Spartipps für werdende Eltern

10 Spartipps für werdende Eltern

„Ein Kind ist so teuer!“, „Ihr braucht erst einmal ein festes Einkommen und finanzielle Sicherheit, bevor ihr eine Familie gründen könnt“ und: „wie wollt ihr euch das überhaupt leisten?“ – das waren ein paar Reaktionen auf unsere Familiengründung während des Studiums.
Unsere Tochter ist noch klein, aber schon jetzt erlaube ich mir zu sagen, dass auch dieses Thema, wie so vieles im Leben, eine Einstellungssache ist. Natürlich kostet ein Kind Geld, das steht außer Frage. Nur wie viel, da gehen die Meinungen stark auseinander. Als ich schwanger war, habe ich mir diese Doku beim ZDF über die Frage „Was kostet ein Kind“ angesehen. Dort wurde vorgerechnet, dass ein Kind durchschnittlich 550€ im Monat kostet, und bis zum 18.Lebensjahr über 100.000€. Allein für die Babyausstattung wurde dort ein Haufen Geld ausgegeben. Das geht auch anders! Ich habe mir ein paar Spartipps überlegt, die werdenden Eltern nützlich sein könnten:

1.  Leihen bzw. Mieten

Klamotten kann man gut leihen; die Kleinsten sind so schnell aus den Sachen rausgewachsen, dass sie manche Teile nur ein paar Mal anhaben. Unsere Tochter trägt fast nur Wolle-Seide-Bodys, die sind sehr teuer. Wir haben einen von ihrer Oma geschenkt bekommen und zwei bei Räubersachen geliehen. Die vermieten ökologisch wertvolle Kleidung in verschiedenen Größen zu verschiedenen monatlichen Preisen, je nach Zustand der Kleidung. Mit drei Bodies kommen wir gut über die Runden, einer wird getragen, einer gerade gewaschen und der dritte trocknet. Noch einfacher ist es bei www.luette-leihen.de und bei cottonbudbaby.com, die schicken einem einfach eine komplette Erstausstattung für die ersten sechs Monate zu, alles in Bio-Qualität und man muss sich nichts aufwendig zusammen suchen. Spart Zeit, Geld und Nerven!

Auch unsere Baby-Erstausstattung ist geliehen, sie wurde uns von meiner Schwägerin ausgeliehen, und wird nach unserer Tochter noch weiterem Nachwuchs treue Dienste erweisen. Das geht, weil die Sachen aus Vollholz und gut verarbeitet sind und eine gute Qualität haben. Sachen eines schwedischen Möbelhauses sind zwar preislich verlockend, halten dafür aber nur einen Bruchteil der Zeit.

2. Spielsachen mieten

Für größere Kinder interessant: Man kann Spielsachen bei meinespielzeugkiste.de oder auch LEGO mieten, und zwar bei bauduu.de.

3. Selber machen

Viele Dinge die man kauft, kann man auch einfach selber machen. Es braucht nur ein bisschen Geschick, Kreativität und vor allem Zeit. Eine Wickelkommode lässt sich einfach selbst herstellen, ein Wickelaufsatz für die Badewanne noch viel einfacher. Darüber macht sich ein individuelles Mobile aus Naturmaterialien sehr gut. Vielleicht ist eine Schwangerschaft die richtige Gelegenheit, um mit dem Stricken anzufangen? Wenn man das erste Kind erwartet, hat man im Mutterschutz viel Zeit, um ein paar Dinge auszuprobieren. Wer dazu nicht die Muse hat (so wie ich zum Beispiel…) kann dem Baby auch an ein schon vorhandenes kleines Kissen verschiedene Knöpfe zum entdecken nähen, oder eine selbstgebastelte Kinderwagenkette mit verschiedenen Knöpfen, und ein paar Glöckchen basteln. Eine schöne Idee sind auch Handschuhe mit Glöckchen für Fingerspiele oder kleine Säckchen, aus Stoffresten genäht mit verschiedenen Füllungen (Mais, Bohnen, Nudeln, Sand, …)

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4. Stoffwindeln

Auch Stoffwindeln können richtig teuer sein. Wenn man All-in-One Systeme verwendet, kostet eine einzelne Windel schon 25€. Wir benutzen ein sehr günstiges System und nehmen Bindewindeln mit Molton-Tüchern als Einlage. Die Bindewindeln und die Wollüberhosen habe ich gebraucht bei Mamikreisel gekauft, die Molton-Tücher zum Teil neu im Geschäft oder neu bei Mamikreisel. Insgesamt habe ich für alles zusammen ca. 150€ ausgegeben. Starter-Sets starten bei Stoffwindeln oft erst bei 500€, da kann man richtig Geld sparen wenn man gebrauchte Sets kauft. Wenn man die Windeln dann gut pflegt, kann man sie auch für die nächsten Kinder noch verwenden, und spart so richtig Geld.

Wenn wir nur mit Papierwindeln wickeln würden, hätten wir monatliche Kosten von ungefähr 50€. Natürlich kostet bei Stoffwindeln auch das Wasser und der Strom für die Waschmaschine; zum Kostenreduzieren und aus ökologischen Gründen verzichten wir auf einen Trockner und sparen zumindest diese Kosten (circa 250€ im Jahr).

5. Papierwindeln

Auch bei Papierwindeln kann man sparen, indem man Windeln zweiter Wahl mit kleinen Mängeln (zum Beispiel ein falscher Farbdruck) vom mobilen Windelshop kauft. Die Verkaufs-LKWs kommen alle vier Wochen zu 100 Standorten in Deutschland und verkaufen direkt am LKW Windeln aus deutscher Produktion. Auch Feucht-, Kosmetik oder Handtuchtücher kann man dort kartonweise abkaufen.

6. Gebraucht kaufen

Weiß bestimmt schon jeder, ich erwähne es also nur kurz. Gebrauchtes kaufen spart Ressourcen und Geld; zum Beispiel bei mamikreisel.de, über ebay-kleinanzeigen.de oder auf Basaren und Flohmärkten. Die Kleinen rackern ihre Kleidung ja auch noch nicht ab, außer Waschpilling sollten die Sachen immer einwandfrei sein.
Bei gebrauchten Klamotten sind auch alle Schadstoff-Rückstände mittlerweile rausgewaschen, und sie sind von der Umweltbilanz genauso gut wie Bio-Klamotten und Öko-Siegel-Klamotten.

7. Geschenke

Man wird immer, immer wieder gefragt, was man denn noch braucht… Das haben wir viel zu wenig ausgenutzt, wir haben immer gesagt, wir haben alles und haben deshalb unglaublich viele Kuscheltiere bekommen, die unsere Tochter gar nicht braucht. Oder wir haben viele Sachen doppelt oder dreifach bekommen… Ich lege euch also ans Herzen, dass ihr euch vor der Geburt eine Liste macht, mit Sachen die ihr kaufen wollt, und dann jedem, der euch fragt, einen Punkt nennt. Und wenn es Waschlappen sind, oder Molton-Tücher, oder ein Päckchen Notfall-Milchpulver; völlig egal. Oder ihr lasst euch gleich Gutscheine schenken. Hauptsache, ihr nutzt die Geschenke sinnvoll aus.

Auch Kinderkleidung wird sehr gerne verschenkt; ich habe Sachen bekommen, von Leuten die ich noch nicht mal kenne. Von einer Freundin meiner Mutter, deren Tochter, die hat eine Freundin, und von deren Kind, die wissen nicht wohin mit den Sachen… einfach mal im Bekanntenkreis rumfragen.

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8. Nahrung

Bei Babynahrung kann man bis zum sechsten Monat richtig sparen, indem man voll stillt. Das würde ich sowieso jeder Mutter empfehlen. Bei den ersten Stillproblemen nicht gleich aufgeben, vielleicht kann eine Stillberaterin ja helfen? Auch bei Milchpulver gibt es deutliche Preisunterschiede; und das teuerste ist nicht automatisch das von Stiftung Warentest am besten bewertete!
Wenn mit Beikost begonnen wird, ist es kostengünstiger, den Babybrei selbst herzustellen, portionsweise einzufrieren und bei Bedarf aufzutauen, als Babybrei zu kaufen. Statt teure Obstgläschen zu kaufen empfiehlt es sich Bio-Furchtmark zu kaufen. Da die Gläser recht groß sind, sollte man auch das portionsweise einfrieren, damit es nicht schlecht wird.

9. Gutscheine und Rabatte gegen Daten

Durch die Registrierung bei Drogeriemärkten wie Rossmann oder dm bekommt man Gutscheine und ein Willkommenspaket. Bei Hipp bekommt man ein Willkommensgeschenk, außerdem Gläschen zum Testen. Wer sich bei Pampers registriert, bekommt regelmäßig Gutscheine zugeschickt. Diese Registrierungen werden oft gelobt, um an Rabatte und Gutscheine zu kommen, ich würde mir aber genau überlegen, ob meine Daten das wert sind. Ich persönlich finde, dass es sich nicht lohnt.

10. Transportmittel

Wer Kinderwagen und Autositz nicht gebraucht kaufen möchte und trotzdem nicht den vollen Preis bezahlen möchte, sollte im Herbst zugreifen. Dann findet man im Fachhandel oder im Internet reduzierte Modelle. Die Hersteller wollen zum neuen Jahr die neuen Kollektionen in die Läden bringen; um dafür Platz zu machen, gibt es die alten Modelle günstiger.

Viel Spaß beim sparen!



7 thoughts on “10 Spartipps für werdende Eltern”

  • Danke für deinen tollen Beitrag. Ich finde auch, dass man eine ganze Menge sparen kann, wenn man weiß, wie. Wir haben uns z.B. nicht gescheut, Leuten, die unbedingt etwas schenken wollten, auch ganz profan-praktische Wünsche aufzutragen. So bekommen wir von meinen Eltern jeden Monat eine Lieferung Ökowindeln. Kleidung und Ausstattung haben wir entweder geliehen, gebraucht gekauft oder abgetragen geschenkt bekommen. Spielzeug wird gern geschenkt, da kann man auch lenkend Einfluss nehmen oder man macht es einfach selbst. Naturbelassene Holzbauklötze sind hier der Hit, eine alte Kaffeedose mit Schlitz im Deckel, in die man Schraubdeckel einwerfen kann, Holzkochlöffel, Kartons, Schüsseln – viel mehr braucht’s fast nicht. Extra Nahrungsmittel kaufen wir eigentlich nicht. Ich stille noch und nachdem Baby die kurze Breiphase selbst beendet hat, ist es entweder das, was wir essen oder bekommt sonstiges gewürfeltes Obst, Gemüse, Brot etc. Ich würde behaupten, dass wir bisher (Kind geht noch nicht in die KiTa) so gut wie keine Mehrausgaben haben.

  • Hallo erst mal.
    Ich freu mich total deinen blog gefunden zu haben! Endlich mal unperfekt <3
    Über was ich aus meiner situation heraus gerne lesen würde, wäre zb über energiereserven, alleinerziehende, geldfragen, jobperspektiven, vollzeitmamakoller, alternative betreuungsmöglichkeiten, kulturdifferenzen, … und eben doch bedürfnisorientiert! und da finde ich, ist dein blog schon ein für mich "realistischerer" beitrag dazu, als alle die, die ich bisher gefunden habe. Kennst du vielleicht noch einen anderen?

    Und ja, baby und wenig geld geht prima! (wie das bei kindern ist, weiss ich noch nicht 😉 )
    Meine kleine (7,5mt) hat nur gebrauchte sachen an, welche ich von bekannten habe und sobald sie ihr zu klein sind, ans nächste baby weiter gehen. Windeln hab ich ganz konventionelle (nicht stolz, aber….) und kauf die im megapack in aktion in so discounterläden wo ich sonst nicht so anzutreffen bin. Abhalten spart auchnoch windeln 😉 Und wer zb mal geraucht hat, kann sich vorstellen, eine kippe = eine windel (kommt hier in der schweiz hin), was gebe ich da lieber aus? Auch ansonsten ist ein baby eine prima sparoption, oder geht ihr gerade oft bier trinken/ins kino/tanzen etc?
    Spielzeug ist eh überbewertet. Lieblingsspielzeug bisher: kochlöffel, zahnbürste, zerknautschte petflasche, perlenkette mit glocke, cremetube. Selbermach tipp: überraschungseidose mit reis in zb kleinem ball, bratschlauch zwischen stoff (knistert) oder diverse "zettelchen" auf die krabbeldecke nähen.
    Mich nervt auch manchmal an den blogs sonst, "ich hab 18 tragetücher, 6 slings und 2 maiteis". Bitte? Ich hatte ein tuch (geliehen), habe einen sling (geschenkt) und eine trage (gebraucht). Alles wären nicht meine favoriten könnt ich mehr dafür ausgeben. Gerade bin ich zb auch dabei eine alte jacke zur tragejacke umzunähen….
    Zum voll stillen gibts jetzt fingerfood, aber das zweige ich jeweils vom eigenen essen ab, also kostet das auch nicht mehr. Oder naja, wenig mehr, da ich für mich vorher weniger konsequent bio gekauft habe…
    Geht also bisher echt alles auch ohne viel geld. Und falls sich das jetzt irgendwie anhört, als würd ich jammern, nö, ich lebe eigentlich ganz gerne mit wenig (geld).

    Jedenfalls freue ich mich darauf bei dir weiter zu lesen und ab und zu vielleicht meinen senf dazu zu geben.
    Liebe grüsse MaEla

    Ps: Was heisst den eigentlich bodschada?

    • Hallo MaEla,
      ich freu mich, dass du hergefunden hast!
      Nö, einen anderen Blog habe ich auch nicht gefunden, deshalb dachte ich ja, es ist eine gute Idee auch über das unperfekte zu schreiben ;). Danke, für deine Themenvorschläge! Ich werd mal sehen, zu was ich komme!
      PS: bodschad (Adj.), Bayerisch:
      [bå:dschàd]
      unbeholfen, ungeschickt

  • Eine Beobachtung die ich (eine schon etwas bejahrtere Mutter; meine Söhne sind 26 und 29 Jahre alt 😉 ) kürzlich machte: eine junge Mutter mit ganz kleinem Baby und einem mit Babykosmetika vollgeladenen Kinderwagen im dm. Mir hatte damals die Kinderärztin gesagt: „Lassen sie den ganzen Quatsch! Schütten sie einen ordentlchen Schuß Milch ins Badewasser und baden sie nicht so oft!“
    Was ich meine: ich finde Deine Tips und Erklärungen ausgesprochen zutreffend, weil sie auch zeigen, wie viele (sinnlose?) Bedürfnisse mittlerweile ums Kinderkriegen und -haben erzeugt worden sind. Das wird teuer, klar, doch dem muß frau ja nicht unbedingt nachgeben…
    Alles Gute!
    Conny

    • Hallo Conny,
      Ja das stimmt! Unsere Hebamme meinte auch ein bisschen Muttermilch oder einen Schuss Olivenöl ins Badewasser, mehr ist nicht nötig. Was mich erstaunt hat, war, wieviele Pflegeprodukte wir geschenkt bekommen haben. An Babys Haut kommt (fast) nichts, ich dusche mich seitdem mit Babyshampoo 😉

      • Ja, ich hatte eben auch sehr vieles (und auch noch „aus´m Westen“) geschenkt bekommen, das mußte ja was Gutes sein… 😉
        Apropos Geschenk: wenn wir anläßlich einer Geburt schenken bedenken wir die Mutter – z.B. mit Zeit, in der sie sich erholen kann oder so. Da gibt es viele Möglichkeiten von Kinderbetreuung bis vorgekochte Süppchen…

  • noch ein paar diy spielzeug ideen:
    – fühlbüchlein selbernähen (mit zettelchen, knöpfen, diversen stoffen,was gehäkeltem,…), auch für nähanfänger*innen ganz leicht
    – schnur an hacken oder stabilem tisch, unten haargummi (die ohne metalklemme) und daran spielzeug = anfassmobile
    – korb mit sachen drin zum ausräumen

    und ich finde es schön das du conny auch die mamas/eltern bedenkst. immer nur babykram, darin ertrinkt mensch und den betreuenden was gutes tun kommt zu kurz.

    und vonwegen babypflege. meine kleine hat bisher nur in wasser gebadet. anschliessend gibts aber eine massage mit weleda babyöl. das ist zwar werbung hier, aber auch ich als neurodemitis angeschlagene benutzt mittlerweile nur noch das als bodylotion…

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